Christian Bütikofer

In diversen Standaktionen wollen Daniel Zingg und seine Mitstreiter vom «Aktionskomitee gegen die strategische Islamisierung der Schweiz» die Schweizer über die kommende Islamisierung der Schweiz aufklären. Er findet, die Schweizer Bevölkerung sei ungenügend über islamische Symbole informiert - wie etwa der Burka. 60'000 verteilte Broschüren sollen diesem Wissensmangel abhelfen, diverse Standaktionen in der Deutschschweiz sind geplant.

«Islamischer Zentralrat will Islamisierung»

Zingg hat eine Mission: «Dem Islamischen Zentralrat Schweiz IZRS geht es doch in erster Linie um die strategische Islamisierung der Schweiz und nicht, wie vordergründig behauptet, um eine integrative und friedliche Ausübung der islamischen Religion.» Ganz im Gegensatz dazu wolle Zingg eine «breite und sachliche Diskussion über die Stellung der Frau innerhalb des Islams.»

Der Hakenkreuz-Vergleich

Die «sachliche Diskussion» dürfte schwierig werden. Denn im Aktionkomitee sitzt auch Heinz Gstrein. Der Orientalist gilt als Experte und war im Vorfeld der Minarett-Initiative das intellektuelle Aushängeschild der Minarettgegner. In der TV-Sendung «Club» vom Schweizer Fernsehen verglich er das Minarett mit dem Hakenkreuz. Die «Basler Zeitung» behauptete nach Recherchen, er sei ein Hochstapler: Gstrein habe sich illgeal «Professor der Universität Wien» und «NZZ-Nahostkorrespondent» genannt.

Auf Anfrage von a-z sagte Heinz Gstrein, er lehre nach wie vor in Österreich - als Lehrbeauftragter für Balkanstudien der Universität Wien. Auch sei er Korrespondent für die NZZ gewesen. Die NZZ selbst bezeichnete ihn noch 2003 als «Korrespondent für die NZZ und Radio DRS».

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