Terror

Anschlag geplant: Anti-Terroreinheiten verhaften 10 Personen in der Schweiz und Frankreich

Anti-Terror-Einsatz in Neuenburg und Waadt. Symbolbild: Die Einheit Diamant der Stadtpolizei Zürich, die schweizweit zum Einsatz kommt.

Anti-Terror-Einsatz in Neuenburg und Waadt. Symbolbild: Die Einheit Diamant der Stadtpolizei Zürich, die schweizweit zum Einsatz kommt.

Anti-Terror-Ermittler in der Schweiz und Frankreich haben am Dienstag bei koordinierten Einsätzen zehn Menschen festgenommen. Die Verdächtigen sollen im Kurzmitteilungs-Dienst Telegram über Vorhaben für gewaltsame Aktionen gesprochen haben.

Sie sollen über ihre Handys "beunruhigende Nachrichten" ausgetauscht haben, schreibt die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf französische Ermittler. Die Umrisse der womöglich geplanten Aktionen seien zum jetzigen Zeitpunkt unklar, hiess es aus Pariser Justizkreisen.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft führte am Dienstag Hausdurchsuchungen in den Kantonen Waadt und Neuenburg durch und verhaftete eine 23-jährige Kolumbianerin, wie sie mitteilte. Die Untersuchungen laufen seit Juni 2016. Im Visier war neben der Kolumbianerin auch ein 27-jähriger Schweizer. Dieser wurde gleichentags in Frankreich verhaftet.

Da die beiden Personen in Kontakt miteinander standen, wurden die Operationen in den beiden Ländern in enger Zusammenarbeit durchgeführt, wie die Bundesanwaltschaft schrieb. Dafür wurde eine gemeinsame Ermittlungsgruppe gegründet.

In den Kantonen Waadt und Neuenburg unterstütze die Polizei die Ermittlungen bereits seit einigen Monaten, sagte der Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei, Jean Christophe Sauterel, der Nachrichtenagentur sda.

Verbotene Gruppierungen unterstützt?

Eröffnet wurde das Strafverfahren der Bundesanwaltschaft aufgrund einer Strafanzeige der Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt. Es geht um mögliche Verstösse gegen das Gesetz über ein Verbot der Gruppierungen "Al-Qaïda" und "Islamischer Staat" sowie verwandter Organisationen. Zudem besteht der Verdacht der Unterstützung und Beteiligung an einer kriminellen Organisation.

Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht auf terroristische Vereinigung und Anstiftung zu einem Terrorakt nach.

Die laufenden Ermittlungen hätten zum Ziel, die Rolle und die Absichten der Beschuldigten zu klären, schreibt die Bundesanwaltschaft. Sie konzentriert sich dabei auf die in der Schweiz verhaftete Frau und den in Frankreich festgenommenen Schweizer. Weitere Angaben will sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

Keine konkreten Vorbereitungen

Die Behörden erwähnten bislang keine konkreten Vorbereitungen für Gewalttaten. Die Schweizer Bundesanwaltschaft betonte, dass für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung gilt.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge. Erst vergangene Woche trat ein neues Sicherheitsgesetz in Kraft. Zugleich lief der Ausnahmezustand aus, der nach der Pariser Terrornacht vom 13. November 2015 verhängt worden war.

Frankreichs Innenminister Gérard Collomb sagte in Berlin, in den vergangenen beiden Jahren seien 32 Anschläge verhindert worden. Der jüngste Einsatz sei "Teil von Operationen, die bedauerlicherweise regelmässig stattfinden und bei denen eine Anzahl von Menschen festgenommen wird, die wir als gefährlich einschätzen".

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