Peter Rombach

Nach den Vorstellungen von Baustadtrat Oliver Tschudin soll das energiepolitische Programm in Rheinfelden Schritt für Schritt umgesetzt werden. Gestern Vormittag begann im Rathauskeller eine Informationsrunde, welche Mitarbeitende der Stadtverwaltung jeweils in Kleingruppen vereint und ermuntert, Energiebewusstsein stärker ins Bewusstsein zu rücken - sei es am Arbeitsplatz oder zu Hause. Für nächstes Jahr kündigte Tschudin weitere Aktionen für die Bevölkerung an.

Das Zusammenschaffen der Fricktaler Energiestädte begrüsste Danilo Vidoni, im Rheinfelder Rathaus Sektionsleiter Bewilligungen und Umwelt. Er hielt es für wichtig, die Mitarbeitenden in den Verwaltungen zu motivieren, nach «Potenzialen und Prioritäten der Energienutzung» Ausschau zu halten. Als gelungen wertete Vidoni das Projekt «Bike to work». Es sei gelungen, sieben Teams à vier Mitarbeitende zu bilden, die sich total an 444 Tagen abgestrampelt hätten. Seine Statistik enthielt beeindruckende Zahlen: 3639 Kilometer per Velo oder zu Fuss, 300 Liter Treibstoffersparnis, 654 Kilo weniger CO2-Ausstoss.

Zur Aufgabe einer «Energiestadt» zählte Vidoni das Verfolgen klarer Strategien in Bereichen wie kommunale Entwicklungsplanung, Gebäudemanagement, Einsatz erneuerbarer Energien, Einsparmöglichkeiten und nicht zuletzt die Kommunikation mit diversen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. In diesen Kontext stellte er dann auch die aktuell laufenden Energiewochen.

Energiebuchhaltung empfohlen

Die Verwaltungsleute hörten zunächst Grundsätzliches von Regula Bachmann, Leiterin Energieberatung Fricktal. Durch konsequentes Handeln - beispielsweise PC herunterfahren und Licht löschen, wenn jemand länger als eine Stunde das Büro verlässt - könne sich die gesamte Stromersparnis zwischen 10 und 20 Prozent bewegen. Sie empfahl eine Energiebuchhaltung als Kontrollinstrument und befürwortete den Erfahrungsaustausch im Kreis der Energiestädte. «Der Strom ist ein wichtiger Energieträger in der Verwaltung», stellte Regula Bachmann fest.

Diesen Wink nahm dann Sabine Frommenwiler gerne auf: Sie nennt sich Umweltnaturwissenschafterin und betreut unter anderem für Energie Schweiz die Kommunikations-Hotline der Energiestädte. Dem Auditorium im Rathauskeller verdeutlichte sie, wie mit relativ einfachen Massnahmen langfristig viel elektrische Energie und damit Geld gespart werden könnte. Schon das erste Experiment löste Staunen aus: Beim Ausschalten des PC-Bildschirms vermindert sich die Leistungsaufnahme sofort um 20 Watt.

Eine andere Rechnung der Fachfrau: Gehen 100 PC in der Stadtverwaltung ein ganzes Jahr lang an den Wochenenden total vom Stromnetz, liessen sich gegen 10 000 Franken Stromkosten sparen. Zum Recyclingpapier betonte Frommenwiler, dass dessen Herstellung dreimal weniger Energie und Wasser und kein Holz benötige gegenüber dem Firschfaserpapier. Zum Heizverhalten hielt sie fest: «Ein Grad weniger Raumtemperatur spart 6 Prozent Heizenergie.» Sie empfahl Stosslüftung in der kalten Jahreszeit: «Ein Kippfenster den ganze Winter offen kostet 200 Liter Heizöl.» Dass künfig nur noch Energiesparlampen Verwendung finden, hielt sie für selbstverständlich.