Mit der Sendung «Rundschau Talk» will das Moderatorenduo Bundesräten und Spitzenpolitikern auf den Zahn fühlen. Viermal jährlich, jeweils während der Session. Seit der Einführung im März 2017 profitierte allen voran die FDP vom neuen Sendeformat, welches die Politsendung «Classe politique» ersetzte.

In gut der Hälfte der Sendungen kamen FDP-Parteiexponenten zu Wort: Zweimal war Parteipräsidentin Petra Gössi zu Gast im Studio, dreimal waren FDP-Bundesräte geladen, nämlich Didier Burkhalter, Ignazio Cassis und Karin Keller-Sutter. 

Die CVP war zweimal in der Person des Parteipräsidenten Gerhard Pfister vertreten, auch Bundesrätin Viola Amherd machte der Sendung die Aufwartung. Die SP war einmal mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga präsent, einmal mit ihrem Parteipräsidenten Christian Levrat. Nur einen einzigen Auftritt hatte die SVP mit der Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher.

Bundesräte nur selten zu Gast

Beim SRF hoffte man ursprünglich, für die Sendung Rundschau-Talk hauptsächlich Bundesräte vor Mikrofon zu bekommen. Davon wollte die Landesregierung allerdings nichts wissen, eine feste Zusage blieb sie schuldig. 

In den bisherigen neun Sendungen waren insgesamt fünf Bundesräte zu Gast im Studio. Wohl am wenigsten erpicht auf einen Rundschau-Auftritt ist Bundesrat Ueli Maurer. Vor der Abstimmung über den Gripen-Kampfjet kritisierte er sich vor laufender Kamera die aus seiner Sicht tendenziöse Berichterstattung der Sendung. «Journalistisch ist das eine schwache Leistung, Punkt», so Maurer. 

Keine Beanstandungen beim Ombudsmann

Der Rundschau-Talk vom vergangenen Mittwoch sorgt auf Twitter zwar für harsche Kritik seitens der SVP - beim SRF-Ombudsmann Roger Blum sind diesbezüglich allerdings noch keine Beanstandungen eingegangen, wie dieser auf Anfrage mitteilt. Die Frist läuft noch bis am 9. April. «Die Erfahrung zeigt allerdings, dass emotional ausgerichtete Beanstandungen (also solche, die beispielsweise Empörung wegen Einseitigkeit usw. ausdrücken), noch am gleichen oder am nächsten Tag eingehen», schreibt Blum. 

SRF hatte Tiana Angelina Moser als das «Gesicht der neuen Mitte» eingeladen. Zur SVP-Kritik, dies sei Grünliberale Propaganda im Staatsfunk kurz vor den Zürcher Wahlen, sagte SRF-Chefredaktor Tristan Brenn gegenüber dem Tagesanzeiger, Moser sei als nationale Politikerin zu nationalen Themen befragt worden. Dies deshalb, weil sie als Aussenpolitikerin eine wichtige Akteurin beim Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU sei. Eine Mittepolitikerin einzuladen und niemanden von den Polparteien, sei im Sinne der Meinungsbildung ein bewusster Entscheid gewesen.