Gemeinderat
An Sommergmeind erneut Thema

Wie geht es weiter mit dem alten Gemeindehaus in Döttingen? In diesem Jahr will der Gemeinderat endlich die Weichen stellen.

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Gemeindehaus Döttingen

Gemeindehaus Döttingen

Aargauer Zeitung

Michael Hunziker

Klar ist: Es handelt sich um ein geschichtsträchtiges Gebäude im Dorfkern von Döttingen. Trotzdem: Die Geschichte des alten Gemeindehauses ist ein Hin und Her - bisher ohne konkretes Ergebnis. Zur Erinnerung: Im November des letzten Jahres lehnte die Gemeindeversammlung den Projektierungskredit für die Sanierung ab. Eine solche, so wurde bemerkt, wäre aufwändig, die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum
Nutzen. Der Gemeinderat wurde mit einem Überweisungsantrag beauftragt, neue Vorschläge für das Areal «altes Gemeindehaus» sowie «Chilbert» ausarbeiten zu lassen, eventuell in Form eines Wettbewerbes.

Was mit dem Gebäude passiere, könne zurzeit noch nicht definitiv gesagt werden, erklärt Gemeindeschreiberin Doris Knecht. «Der Gemeinderat hat einen Auftrag. Aktuell laufen intensive Abklärungen. Geprüft werden verschiedene Varianten.» Fest stehe, dass das alte Gemeindehaus in diesem Jahr - voraussichtlich an der Sommergemeindeversammlung - erneut ein Thema sein werde.

Bis 1958 Schulunterricht

Im Buch «Döttingen einst und jetzt», das 2009 erschienen ist, wird die
Geschichte des alten Gemeindehauses, des ehemaligen Schulhauses, geschildert. Der Bau wurde im Mai 1867 beschlossen, die Einweihung fand im November 1869 statt. Nach langen Diskussionen seien 1904 für die beiden Schulzimmer zwei Kachelöfen angeschafft worden.
Im gleichen Jahr seien auch Parkettböden aus Buchenholz verlegt worden. «Sogar 70 neue Schulbänke, die pro Stück 28 Franken kosteten, gehörten zur neuen Ausrüstung», steht im Buch «Döttingen einst und jetzt». Und weiter: «Bei den damaligen Gemeindefinanzen und den die Schule betreffenden, nicht gerade fortschrittlichen Ansichten ist es leicht vorstellbar, wie schwer sich die damaligen Behörden mit diesen Anschaffungen taten.» Mit dem Bau des Schulhauses Bogen im Jahr 1958 hatte das altehrwürdige Gebäude als Schulhaus ausgedient.

Entscheide vertagt

Bis 2004 - bis zum Neubau des
Gemeindehauses - war in der markanten Liegenschaft die Gemeindeverwaltung untergebracht. Heute dient das Gebäude unter anderem als Probelokal für die Musikgesellschaft. Benutzt wird es auch von privaten Mietern sowie von der Musikschule.

Schon im November 2002 wurde der Entscheid vertagt. Damals fanden weder der Abbruch noch der Kredit von knapp 2,3 Mio. Franken für die Sanierung Zustimmung. «Eine Gnadenfrist für das alte Gemeindehaus» lautete der Titel in der Aargauer Zeitung. Die Suche nach einem Käufer für das renovationsbedürftige Gebäude gestaltete sich als ebenfalls nicht einfach. Der im Juni 2003 traktandierte Kredit von 1,1 Mio. Franken für eine sanfte Sanierung wurde an der Gemeindeversammlung zwar angenommen, später
allerdings an der Urne abgelehnt.