Sri Lanka

Amnesty fordert Untersuchung zu getöteten Zivilisten in Sri Lanka

Eine Mutter mit ihren Kindern

Eine Mutter mit ihren Kindern

Amnesty International fordert eine unabhängige Untersuchung zum Tod zahlreicher Zivilisten in Sri Lanka während der Armeeoffensive gegen die Tamilenrebellen. Die UNO müsse alles unternehmen, «um die Wahrheit über das 'Blutbad' im Nordosten des Landes herauszufinden».

Das erklärte am Samstag der für den Asien-Pazifik-Raum zuständige Direktor der Menschenrechtsorganisation, Sam Zarifi. Die Vereinten Nationen seien aufgefordert, umgehend ihre Schätzungen zur Zahl der von Regierungstruppen und Rebellen während der letzten Kampfwochen getöteten Zivilisten zu veröffentlichen.

Zarifi verwies auf einen am Freitag von der britischen Zeitung "The Times" veröffentlichten Bericht, wonach in der Schlussphase der Kämpfe mehr als 20 000 Zivilisten starben. Zwischen Ende April und Mitte Mai seien täglich etwa 1000 Zivilisten bei den Kämpfen umgekommen, das Blatt unter Berufung auf vertrauliche UNO-Dokumente gemeldet.

Laut UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay hatten in der letzten Kriegsphase die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) Kindersoldaten zwangsrekrutiert und Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht. Die Armee habe ihren Granatenbeschuss auf Gebiete fortgesetzt, in denen sich Zivilisten aufhielten.

Der srilankische Menschenrechtsminister Mahinda Samarasinghe wies die Forderung nach einer Untersuchung zurück. Es sei "lächerlich, auf Dingen herumzureiten, ohne sie belegen zu können", sagte er der Nachrichtenagentur AFP in Colombo. Die srilankische Regierung hatte erklärt, die von der Zeitung genannten Zahlen entbehrten jeder Grundlage.

Tausende demonstrieren in Berlin

Mehrere tausend Tamilen demonstrierten am Samstag in Berlin gegen das Vorgehen der srilankischen Armee im Kampf gegen die Tamilen-Rebellen. An der Kundgebung unter dem Motto "Stoppt den Völkermord der Tamilen in Sri Lanka" nahmen nach Angaben der Polizei mehr als 5000 Menschen teil.

Sie warfen der Armee schwere Menschenrechtsverletzungen gegen tamilische Zivilisten vor und forderten internationale Untersuchungen sowie Sanktionen. Einige Demonstranten hielten Fotos von verstümmelten Leichen in die Höhe, andere schwangen Fahnen mit dem Zeichen der LTTE.

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