Fall Amir B.
Amir B. muss 9 Monate ins Gefängnis

Der berüchtigste Raser der Schweiz muss hinter Gitter: Das Bezirksgericht verurteilte ihn zu 9 Monaten unbedingt. Amir B. hält eine Gefängnisstrafe für «völlig übertrieben».

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Amir B.

Amir B.

Aargauer Zeitung

Amir B. trug bereits Handschellen, als er das Bezirksgericht Zürich betrat. Die erneuten Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz haben damit aber nichts zu tun. Der 27-jährige Serbe albanischer Abstammung sitzt seit November wegen Verdachts auf Einbruchdiebstahl in Untersuchungshaft.

Nach dem Urteilsspruch wird Amir B. nun in den ordentlichen Strafvollzug überwiesen: Das Bezirksgericht verurteilte ihn zu 9 Monaten unbedingt sowie einer Busse von 100 Franken. Dazu kommen Verfahrenskosten von 3600 Franken. Damit ging das Gericht sogar noch über den Antrag von Staatsanwalt Jürg Boll hinaus. Dieser hatte 7 Monate gefordert.

Notorischer Verkehrssünder

Amir B. war im Februar und im Juli dieses Jahres am Steuer erwischt worden, obwohl er keinen Fahrausweis hatte. Am 22. Februar hatte er den Mercedes seines Vaters ohne dessen Wissen entwendet. Beim zweiten Mal, am 2. Juli, fuhr er im Audi A8 seiner Schwester ohne Vignette auf der Autobahn.

Der Angeklagte gab vor Gericht zu, falsch gehandelt zu haben: «Es tut mir alles Leid.» Eine unbedingte Gefängnisstrafe bezeichnete der Vater zweier kleiner Kinder aber als «völlig übertrieben».

Der Autonarr ist auch ein Einbrecher

Wie bei der Befragung bekannt wurde, fand B.s Spritztour mit dem Mercedes seines Vaters nur dreizehn Tage nach seiner Haftentlassung statt. Er sass wegen mehrerer Einbrüche und Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz während eineinhalb Jahren hinter Gitter. Der Rest der dreijährigen Freiheitsstrafe war zur Bewährung ausgesetzt worden.