Spital Laufen

Am Spital Laufen ist nicht zu rütteln

Fahrstuhl ins Ungewisse Auch die Freisinnigen wollen das Kantonsspital Laufen mit all seinen Abteilungen erhalten. Juri Junkov

Spital Laufen

Fahrstuhl ins Ungewisse Auch die Freisinnigen wollen das Kantonsspital Laufen mit all seinen Abteilungen erhalten. Juri Junkov

Die Vorlage des Regierungsrats zur Zusammenlegung der Kantonsspitäler Laufen und Bruderholz wies die FDP zurück. Damit gefährde sie den Standort Laufen, wurde kritisiert. Jetzt bekennen sich Kantonal- und Ortspartei unmissverständlich dazu.

Michael Nittnaus
«Falls die FDP Baselland je einmal am Standort Laufen rütteln sollte, muss ich meine Mitgliedschaft hinterfragen», hält der Laufner FDP-Landrat Rolf Richterich klipp und klar fest. Damit reagiert er auf den Vorwurf, dass die Kantonalpartei mit ihrem Rückweisungsantrag die Erhaltung des Spitals Laufen gefährde. Die Freisinnigen wiesen darin die Vorlage zur organisatorischen Zusammenlegung der Kantonsspitäler Laufen und Bruderholz mit der Begründung zurück, dass sich die Regierung um keinerlei Alternativen bemüht habe (bz vom 30. Juni).


Nun beruhigt Parteipräsident Michael Herrmann die Laufentaler: «Vom heutigen Kenntnisstand ausgehend ist der Standort Laufen für uns fix.» Mit der kleinen Einschränkung sichere er sich nur gegen die dynamische Entwicklung des Gesundheitswesens ab, betont Herrmann. Für den Grellinger SVP-Landrat und bekennenden Unterstützer des Laufentals, Georges Thüring, genügt das nicht: «Ich bin von den Freisinnigen komplett enttäuscht.» Endlich einmal habe die Regierung vorausschauend gehandelt und sich für den Erhalt des Spitals eingesetzt und nun stelle die FDP dies mit ihrer Vernehmlassungsantwort in Frage. «Das sendet ein falsches Signal an den Regierungsrat, nämlich dass sich die Parteien uneinig sind und der Standort trotz allem hinterfragt wird», befürchtet Thüring.


Ebenso stellt er die Frage in den Raum, was wohl die FDP Laufen zum Kurs ihrer Kantonalpartei sagt. Ortspräsident Roland Mamie stellt klar: «Auch im Laufental unterstützt die FDP die Rückweisung. Die Vorlage sei ein Schnellschuss der Regierung. Es wirke wie eine Schliessung auf Raten. «Zuerst kommt die organisatorische Zusammenlegung von Laufen und Bruderholz und früher oder später erfolgt sie dann ganz. Schon ist der Standort Laufen weg.» Diese Skepsis begründen sowohl Mamie wie auch Richterich unter anderem in der in der Vorlage enthaltenen Regierungsantwort, dass man der im Laufentaler Vertrag von 1994 festgehaltenen Pflicht des Kantons, den Betrieb des Spitals «dauernd» zu gewährleisten, mit 20 bis 25 Jahren Dauer gerecht werde. «Damit wäre die Regierung bemächtigt, das Spital Laufen ab 2014 zu schliessen», rechnet Mamie vor.


Laufentaler Vertrag unantastbar


Diese Gefahr sieht auch Vorlagen-Befürworter Thüring: «Dauernd ist dauernd, da gibts keine Begrenzung. Schliesslich war der Spitalerhalt ein gewichtiger Grund, weshalb die Laufentaler zum Kantonswechsel Ja sagten.» Er wolle jedoch wegen ein paar Schwächen nicht die ganze Vorlage zurückweisen. Schliesslich könnten diese nach der Vernehmlassung Ende Juli noch im Landrat verändert werden.


Für die FDP verfehlt die Vorlage auch deshalb ihr Ziel, weil sie keine Varianten aufzeigt. Dabei gebe es laut Mamie sicher noch bessere Optionen. «Dann soll die FDP sie präsentieren», fordert Thüring. Dies sei nicht Aufgabe der Parteien, sondern des Kantons, stellt die FDP klar. Mamie denkt allerdings darüber nach, ob Laufen nicht besser als Regionalspital funktioniere. Und Richterich schwebt eine Zusammenlegung aller drei Kantonsspitäler vor. Das bleiben aber Gedankenspiele. «Uns deswegen zu Mördern des Spitals und Weggefährten der Grünen hochzustilisieren, ist lächerlich», so Richterich.

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