Alter

Am ehesten fühlen sich Ältere bei der Stellensuche benachteiligt

Die grosse Mehrheit der älteren Menschen in der Schweiz fühlt sich wegen ihres Alters nicht stigmatisiert sowie gesellschaftlich anerkannt. (Archivbild)

Die grosse Mehrheit der älteren Menschen in der Schweiz fühlt sich wegen ihres Alters nicht stigmatisiert sowie gesellschaftlich anerkannt. (Archivbild)

Ein grosser Teil der älteren Bevölkerung in der Schweiz fühlt sich wegen ihres Alters nicht stigmatisiert. Eine zum Tag des Alters veröffentlichte Untersuchung zeigt aber, dass sich ältere Menschen am ehesten bei der Stellensuche benachteiligt fühlen.

Die grosse Mehrheit älterer Menschen fühlt sich im Alltag weder bevor- noch benachteiligt. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der Pro Senectute hervor. Präsidentin Ursula Koch sieht diesen Umstand als Errungenschaft an.

Allerdings gibt es auch eine Kehrseite. Immerhin 14 Prozent fühlen sich bei der Stellensuche aufgrund ihres Alters benachteiligt, das sind hochgerechnet über 800'000 Personen in der Schweiz. Bei den Personen über 40 fühlt sich fast jede fünfte benachteiligt, mehr als eine halbe Millionen Menschen.

Pro Senectute bezeichnet diese Zahlen als "alarmierend". Das Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess in den letzten zehn Berufsjahren erhöhe das Risiko, im Pensionsalter von Altersarmut betroffen zu sein.

Pro Senectute sei täglich mit Menschen in Kontakt, die ihren letzten Lebensabschnitt in unwürdigen Umständen verbringen, lässt sich Koch in der Mitteilung zur Untersuchung zitieren. "Das müssen wir mit aller Kraft verhindern."

Nachteile bei der Gesundheitsversorgung

Am zweitmeisten (11 Prozent) fühlen sich die Befragten aufgrund ihres Alters bei der Gesundheitsversorgung benachteiligt, fühlen sich etwa bei Diagnosen, Behandlung und Rehabilitation nicht ernst genommen, oder haben das Gefühl, ihnen würden Behandlungen wegen des Alters vorenthalten. 8 Prozent fühlen sich von Informationen ausgeschlossen, 7 Prozent beim Freizeitangebot eingeschränkt.

95 Prozent der befragten Personen tauschen sich im privaten Bereich jeden Monat mindestens einmal mit Angehörigen anderer Generationen aus. Dabei hat jede zweite Person regelmässigen Austausch mit Kindern, 38 Prozent stehen regelmässig in Kontakt mit den Eltern. Jede fünfte befragte Person pflegt den regelmässigen Austausch mit Personen aus der Nachbarschaft oder Enkelkindern.

Basis der repräsentativen Studie sind 1311 Telefoninterviews, die vom gfs Zürich im Auftrag der Pro Senectute vom 20. März bis 13. April 2019 durchgeführt wurden. Ziel der Studie was es, herauszufinden, ob sich Menschen in der Schweiz aufgrund ihres Alters im Halbjahr vor der Umfrage benachteiligt fühlten.

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