Führungsprobleme in Heimen
Altersheim-Verbandspräsident: Ansprüche sind enorm gestiegen

Im Kanton Aargau gerieten mehrere Leitungen und Vorstände von Altersheimen in die Schlagzeilen. Der Geschäftsführer des Dachverbandes der Leistungserbringer (VAKA) äussert sich zur aktuellen Situation in Heimen.

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Altersheim Reinach

Altersheim Reinach

Aargauer Zeitung

Peter Siegrist, Roman Huber

In den letzten Monaten hat die AZ mehrmals über Unruhen in verschiedenen Altersheimen berichtet. Im Fokus stehen oft Heimleitungen und Vorstände oder Stiftungsräte. Mitarbeitende und Angehörige werfen ihnen Führungsfehler und Führungsschwäche vor, wünschen eine bessere Kommunikation. Die Heimleitungen ihrerseits weisen bei ihrem Handeln auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen hin und verlangen von den Angestellten, dass sie sich anpassen und einordnen.

Im Altersheim Sonnenberg in Reinach haben sich im Frühling Mitarbeitende kritisch geäussert und der Heimleitung Mobbing vorgeworfen. Gegenwärtig amtet in Reinach der auf den 1. Januar 2009 designierte neue Stiftungsratspräsident als Mediator zwischen Leitung und Personal.

Beat Huwiler Geschäftsführer des Verbandes Vaka.

Beat Huwiler Geschäftsführer des Verbandes Vaka.

Aargauer Zeitung

In der Region Baden sorgten in den vergangenen Jahren mehrerenorts Unruhen in Heimen für Aufsehen. Beim Alterszentrum Kehl kam erst wieder Ruhe und Kontinuität, als die Heimleiterin vorzeitig pensioniert und sich der gesamte Vorstand unter dem öffentlichen Druck auswechseln liess.

Im vergangenen Jahr wurde auch das Alterszentrum Brühl in Spreitenbach von Schwierigkeiten durchgerüttelt. Dort gab es einen Vorstandspräsidenten und Präsidenten der Betriebskommissison in Personalunion. Wo Rauch ist, ist auch Feuer: So hat es im «Gässliacker» Obersiggenthal kürzlich rumort.

Zahlreiche Personalabgänge und massive Vorwürfe an die Adresse der Leitung liegen auch im regionalen Alterszentrum Rohrdorferberg-Reusstal vor. Nach langem Zögern will der Vorstand handeln.

Vaka-Geschäftsführer Beat Huwiler kennt die Probleme in den Institutionen. Er setzt diese im AZ-Gespräch in Bezug zu neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen und die demografische Entwicklung. Die Ansprüche an die Führung und an die Pflegenden seien massiv gestiegen und würden weiter steigen, so Huwiler.

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