Alte Dame strahlt in neuem Glanz
Alte Dame strahlt in neuem Glanz

Die Schneisinger Kapelle – im Volksmund «Chäppeli» genannt – ist während siebeneinhalb Monaten einer umfassenden Renovation unterzogen worden. Nun können im kleinen Gotteshaus wieder Gottesdienste und kulturelle Anlässe durchgeführt werden.

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Alte Dame strahlt in neuem Glanz

Alte Dame strahlt in neuem Glanz

Angelo Zambelli

Die St.-Antonius-Kapelle hat im Alpenrosendorf einen hohen Stellenwert. Dies wurde mit der grossen Beteiligung der Bevölkerung an der Einsegnung unterstrichen. Etwa 50 Personen hatten in der Kapelle Platz gefunden, rund doppelt so viele mussten auf dem Platz zwischen Kapelle und Gemeindehaus ausharren, bis die Einsegnung des herausgeputzten «Chäppeli» beendet war.

Nach der Einsegnung durch die Gemeindeleiterin Ursula Schmidt Mezger und den Vorträgen der Musikgesellschaft im Freien zog die Feiergemeinde in die Turnhalle Aemmert, wo auch die von der feierlichen Zeremonie in der Kapelle «Ausgesperrten» in den Genuss einer kleinen Feier kamen.

Besuch bei der alten Dame

Gemeindeammann Claudia Graf kam zu Beginn ihrer Festansprache auf die grosse Beteiligung der Bevölkerung zu sprechen. «Der heilige Antonius hätte seine helle Freude daran, dass sich so viele Menschen eingefunden haben, um seiner Kapelle die Reverenz zu erweisen», sagte Graf. In Schneisingen heisse es eben nicht wie bei Friedrich Dürrenmatt «Der Besuch der alten Dame», sondern «Der Besuch bei der alten Dame». Mit der «alten Dame» war die Kapelle gemeint, die direkt an das alte Schulhaus angebaut ist und sich im Besitz der Schneisinger Ortsbürger befindet.

Josef Meier, Präsident der Schneisinger Ortsbürger, ging auf die Umstände der Kapellenrenovation ein. Er erinnerte daran, dass die kirchlichen Anlässe vor der Renovation immer mehr in die Kirche verlegt werden mussten und das «Chäppeli» mit Ausnahme weniger kultureller Anlässe verwaist blieb und in Vergessenheit zu geraten drohte.

Umso mehr habe ihn die Reaktion der Schneisinger Bevölkerung auf den Spendenaufruf für die Renovation der Kapelle gefreut, sagte Meier. «Es macht mich als Präsident der Ortsbürger stolz und glücklich, wenn ich sehe, dass mehr als die Hälfte des benötigten Kapitals durch Spenden zusammengekommen ist.» 121 Spender haben insgesamt rund 80000 Franken für die Sanierung ihres «Chäppeli» gespendet. Meier gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Interesse an der Kapelle anhalte und sie wieder genutzt werde, «sei es in religiöser oder kultureller Hinsicht».

Bauleiter und Ortsbürger

Dass Schneisingen mit Herbert Schwitter, Mitarbeiter des Architekturbüros Castor Huser in Baden, über einen Ortsbürger verfügt, der sich bei Kirchenrenovationen bestens auskennt, ist ein Glücksfall. Er hat die Renovation geleitet und mit seinem Fachwissen und seinem Engagement zu einem guten Ende geführt.