Christof Ramser

Würden sämtliche Kandidatinnen und Kandidaten in den Gemeinderat gewählt, könnte jeder Sitz dreimal belegt werden. Und immerhin sind in Derendingen elf Mandate zu vergeben. Allein die FdP stellte einen Drittel aller Gemeinderäte - mit elf Kandidaten präsentieren die Freisinnigen eine volle Liste. «Wir hätten allerdings gerne noch eine grössere Liste gehabt», sagt Parteipräsident Michael Käsermann.

So könne man aber ein ausgeglichenes Kandidatenfeld gewährleisten. Käsermanns Ziel ist es, vier ordentliche Sitze zu holen und nach Möglichkeit ein Restmandat zu sichern. Mit Gemeindepräsident Kuno Tschumi habe man ein Zugpferd in den eigenen Reihen. «Ich gehe davon aus, dass er das beste Resultat überhaupt macht.» Auf Gezänk möchte Käsermann verzichten und stattdessen überparteilich zusammenarbeiten.

«Qualität statt Quantität»

Gleich viele Räte wie die FdP, nämlich vier, stellt momentan die SP. Und geht es nach Parteipräsidentin Edith Meier, soll das auch nach den Wahlen vom 17. Mai so bleiben. «Wir sind zuversichtlich, unsere Mandate halten zu können», sagt Meier. Dass die Sozialdemokraten keine volle Liste präsentieren, sieht sie nicht als Nachteil. «Die Qualität der Kandidaten zählt, und die ist bei uns gegeben.» Auf das Gemeindepräsidium stelle man keinen Anspruch - im Moment. Wie die Situation nach den Wahlen aussieht, kann Meier noch nicht sagen.

Erstmals mit einer eigenen Liste tritt die Dorfpartei an. Der bisherige Vertreter Bernd Kupferschmid war vor vier Jahren auf der SVP-Liste gewählt worden und hatte danach die Fronten gewechselt. Aber eigentlich spiele die Parteizugehörigkeit keine so grosse Rolle, sagt Kupferschmid. «Im Dorf hat man erkannt, dass Sachpolitik im Vordergrund steht.» Mit einem gewählten Kandidat gäbe sich die Dorfpartei zufrieden.

«Schwierige Kandidatensuche»

Grössere Ambitionen hat Christoph Lanker von der SVP. Drei Sitze hat sich seine Partei als Ziel gesetzt - bei drei Kandidaten notabene. «Realistisch sind angesichts der Resultate bei den Kantonsratswahlen aber eher einer bis zwei Sitze», schiebt der Parteipräsident hinterher. Die SVP sei in Derendingen erst im Aufbau, die Kandidatensuche bezeichnet er als schwierig. «Wir hätten gern eine grössere Liste gehabt.»

Auch Christoph Lanker betont, mit allen anderen Parteien auskommen und Sachthemen in den Vordergrund stellen zu wollen. So habe man Kuno Tschumi von Seiten seiner Partei die volle Unterstützung bei der Gemeindepräsidiums-Wahl zugesichert.

«Gute Mischung»

Die CVP will ihre beiden Sitze halten. «Bei den letzten Wahlen hatten wir einen Wähleranteil von 18,5 Prozent. Mit etwas Glück liegt dieses Jahr ein dritter Sitz drin», meint Parteipräsident Jörg Gasche. Er ist sich aber bewusst, dass mit der Dorfpartei eine Partei mehr antritt, und es darum durchaus zu Veränderungen kommen könnte. «Unsere Liste ist gut durchmischt. Ein Bisheriger, ein Ersatzmitglied, dazu drei neue Gesichter. Und vor allem auch eine Frau.» Die CVP habe heuer weniger Mühe gehabt Kandidaten zu finden, als noch bei den Gemeinderatswahlen vor vier Jahren, sagt Gasche. Wie alle vier anderen Parteien stellt laut Gasche auch die CVP keinen Anspruch auf das Gemeindepräsidium.