Radioaktive Abfälle

Alle Standorte für Lagerung von Atommüll kommen noch in Frage

Alle Standorte für Atommüll-Tiefenlager bleiben im Gespräch (Symbolbild)

Alle Standorte für Atommüll-Tiefenlager bleiben im Gespräch (Symbolbild)

Alle von der Nagra vorgeschlagenen Lager-Standorte für radioaktive Abfälle kommen nach einer Prüfung durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) weiterhin in Frage. Die Standorte Wellenberg und Jura-Südfuss sind jedoch weit weniger geeignet.

Vom Tisch sind der Wellenberg (NW und OW) und das Gebiet am Jura-Südfuss zwischen Aarau und Oftringen als Standorte für Tiefenlager von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen (SMA) damit aber nicht.

Wie Hans Wanner vom ENSI vor den Medien in Bern erklärte, haben alle sechs von der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) vorgeschlagenen Standorte die sicherheitstechnischen Eignungskriterien erfüllt.

Der Wellenberg und der Jura-Südfuss schnitten bei gewissen Kriterien weniger gut ab als Südranden (SH), Zürcher Weinland (ZH und TG), Nördlich Lägeren (ZH und AG) und Bözberg (AG), sagte Wanner.

Erfreut nahmen die Kantonsregierungen Solothurn, Ob- und Nidwalden den ENSI-Befund zur Kenntnis: Sie strichen heraus, dass die Standorte Jura-Südfuss und Wellenberg weniger geeignet seien. Das gelte es im weiteren Verfahren zu berücksichtigen.

Auch in Schaffhausen, wo die Behörden per Gesetz zum Widerstand verpflichtet sind, wurde festgehalten, der Südranden sei ungeeignet. Eher abwartend zeigten sich dagegen die Behörden in den Kantonen Aargau, Zürich und Thurgau. Sie wollen das neue Gutachten kritisch prüfen.

Das Nuklearforum Schweiz und die Aktion für vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES) fordern die Politik auf, nun zügig vorwärts zu machen. Dagegen sieht die Schweizer Energiestiftung (SES) noch immer "immense" Herausforderungen. Für Atommüll gebe es keine Lösung, die das Problem "ein für alle mal" behebe.

Nun ist die Kommission für nukleare Sicherheit am Zug, die den Bundesrat berät. Sie legt in rund zwei Monaten eine Stellungnahme zum ENSI-Gutachten vor. Anschliessend schickt das Bundesamt für Energie einen Bericht in die Anhörung. Der Bundesrat will laut ENSI 2011 entscheiden, welche Standorte weiter zur Auswahl stehen.

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