Kriminalitätsstatistik
Alle 9 Tage ein Tötungs-Delikt – Schweiz ist so sicher wie lange nicht mehr

41 Menschen sind 2014 in der Schweiz einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen. Das sind so wenige wie noch nie in den vergangenen 30 Jahren, wie Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen. Doch auch die Zahl der Straftaten insgesamt ging zurück.

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Mordfall von Brittnau (Symbolbild)

Mordfall von Brittnau (Symbolbild)

Raphael Nadler

2013 waren in der Schweiz noch 59 vollendete Tötungsdelikte gezählt worden, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag schrieb. Mehr als die Hälfte der vollendeten Tötungsdelikte, nämlich 23, wurden 2014 innerhalb der eigenen vier Wände verübt. Im Vergleich zum Vorjahr griffen weniger Täterinnen und Täter zu Schusswaffen.

1990 noch 110 Tötungsdelikte

1990 waren noch 110 vollendete Tötungsdelikte registriert worden - also Straftaten, die Menschen das Leben kosteten. Das entsprach einem Wert von 1,6 vollendeten Tötungsdelikten pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner. 2014 betrug diese Quote noch 0,5 Tötungsdelikte pro 100'000 Einwohner.

Die Zahl der Straftaten gemäss Strafgesetzbuch insgesamt sank im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent. 70 Prozent dieser Straftaten waren Vermögensdelikte. 69'850 Erwachsenen ab 18 Jahren wurde eine Straftat angelastet. Unter bis 24-jährigen Erwachsenen sank die Zahl der Beschuldigten um 8,9 Prozent, bei den älteren um 1 Prozent.

Erneut tiefer als im Vorjahr war auch die Zahl der einer Straftat beschuldigten Kinder und Jugendlichen mit noch 8994. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Weniger Straftaten begingen auch Asylbewerber: Die Zahl der Asylsuchenden, die sich einer Straftat schuldig machten, war mit 3127 so tief wie noch nie seit 2009.

Der grösste Anteil des Rückgangs der Straftaten entfiel auf Diebstähle, deren Zahl um 14,3 Prozent oder 31'270 zurückging. Gestohlene Fahrzeuge sind allerdings nicht mitgezählt - die Zahl der entwendeten Autos, Mofas und Velos stieg um 8,4 Prozent.

Betrug, Erpressung und Urkundenfälschung

Einen Rückgang verzeichnete das BFS auch bei den einfachen Körperverletzungen (-8,7 Prozent), bei Raubdelikten (-25,9 Prozent) und bei Drohungen (-7,5 Prozent).

Einen Anstieg gab es dagegen bei Straftatbeständen wie Betrug (2,8 Prozent), Erpressung (19,5 Prozent) und Urkundenfälschung (14,4 Prozent). Delikte dieser Art gebe es seit mehreren Jahren laufend mehr, schrieb das BFS dazu.

Nahezu unverändert - trotz des registrierten leichten Rückgangs - sind laut BFS die Zahlen bei Nötigungen (-2,8 Prozent), sexuellen Handlungen mit Kindern (-2,3 Prozent) und Vergewaltigungen (-2,6 Prozent).