Algerien

Algerien passt sich Westen an und verlegt Wochenende um einen Tag

Algerier beim Freitagsgebet (Archiv)

Algerier beim Freitagsgebet (Archiv)

Algerien verlegt der Wirtschaft zuliebe sein Wochenende: Statt am Donnerstag und Freitag haben die Algerier vom 14. August an Freitag und Samstag frei. Das bestimmte die Regierung in Algier, die sich davon mehr Wachstum verspricht.

Das muslimische Land sieht Vorteile darin, wenn stärker im Gleichschritt mit der westlichen Welt gearbeitet wird. Hintergrund der Entscheidung sind die enormen Verluste, die Algerien seit Jahren durch die seit drei Jahrzehnten geltende Wochenendreglung erleidet.

Bislang teilt das Land nur drei Werktage mit der wirtschaftlich wichtigen westlichen Welt. Künftig werden es vier sein.

Nach Berechnungen der Internationale Finanz-Corporation der Weltbankgruppe sind Algerien durch die alte Regelung pro Jahr zwischen 500 und 700 Mio. Dollar verloren gegangen. Die Verlegung des Wochenendes könnte ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,2 Prozent bewirken, berechneten Experten.

Den islamischen Gebetstag Freitag wollte die algerische Regierung allerdings nicht für die Wirtschaft opfern. Bis 1976 waren in der früheren französischen KoLonie noch Samstag und Sonntag frei. Als Zugeständnis an die Islamisten wurde dies jedoch geändert.

In der muslimischen Welt und im Nahen Osten sind die Wochenendregelungen mittlerweile sehr unterschiedlich. Während beispielsweise in Saudi-Arabien weiter der Donnerstag und Freitag als Ruhetage zählen, übernahmen Länder wie Marokko und Tunesien dem westlichen Standard Samstag und Sonntag.

Internationale Unternehmen lassen in Algerien schon seit längerem auch am Donnerstag arbeiten.

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