Katastrophen

Alertswiss: Fünf Fragen und Antworten zur neuen Alarm-App

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) veröffentlichte die App Anfang 2015 und entwickelte sie mit den Kantonen weiter.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) veröffentlichte die App Anfang 2015 und entwickelte sie mit den Kantonen weiter.

Bund und Kantone informieren bei Katastrophen über die neu lancierte Handy-App Alertswiss. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

1. Weshalb braucht es zusätzlich zum bestehenden Schweizer Alarmsystem Alertswiss?

Wer die Applikation herunterlädt, wird direkt auf dem Handy informiert: Bei Notlagen löst die Polizei eine Push-Meldung aus. Der App-Nutzer kann wählen, ob er Informationen über Ereignisse am aktuellen Standort oder auch in ausgewählten Kantonen will. Alertswiss ergänzt die bisherigen Alarmierungskanäle, ersetzt Radio und Sirenen also nicht. Der Bund koordiniert App und Website direkt mit den rund 7800 Sirenen, welche die Behörden schweizweit jeweils im Februar testen. Er alarmiert die Bevölkerung beispielsweise bei Katastrophen wie Erdbeben, Waldbränden, Chemieunfällen oder nuklearen Unfällen. Alertswiss sei der direkte Draht zwischen den Behörden und der Bevölkerung, schreibt der Bund.

2. Wer steht hinter Alertswiss, und wer bedient das System?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) veröffentlichte die App Anfang 2015 und entwickelte sie mit den Kantonen weiter. Neu können die Behörden sämtlicher Kantone und von Liechtenstein den digitalen Kanal bedienen. Die technische Infrastruktur betreibt der Bund. Den Alarm löst jedoch in der Regel die Kantonspolizei in der Einsatzzentrale aus. Sie trägt auch die Informationen über das Ereignis zusammen und formuliert Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung. «Mit der App können sie ohne Verzögerung weitergegeben werden», sagt der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann, Vizepräsident der Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz. Bei Grossereignissen kann auch die Nationale Alarmzentrale (NAZ) Alarm auslösen und Informationen verbreiten.

3. Wen wollen Bund und Kantone mit dem neuen Informationskanal ansprechen?

Die App richtet sich an jene Menschen, die nicht Radio hören oder nicht wissen, wie sie mit einem Sirenenalarm umgehen müssen. Der Bund will vor allem jüngere Leute, aber auch Zugewanderte und Touristen erreichen. Von Alertswiss profitieren zudem gehörlose und hörbehinderte Menschen. Deshalb zeigte sich der Schweizerische Gehörlosenbund gestern besonders erfreut. Nach jahrelangem Kampf komme nun endlich ein Alarmsystem, das hörbehinderte Menschen nicht ausschliesse, schrieb die Organisation.

4. Was sind gegenüber dem Radio die Vorteile der App?

Ein Grossteil der Bevölkerung trägt heute das Smartphone immer mit sich. Als Nutzer kann man die App individuell konfigurieren, also die Informationen gezielt auswählen. Zudem informiert der Bund in der App auch, wie sich die Bevölkerung auf einen Notfall vorbereiten kann. Via App gibt die Polizei bei Notlagen direkt Verhaltensempfehlungen, wie beispielsweise bei einem AKW-Unfall oder einem Erdbeben.

5. Welche weiteren Verbesserungen plant der Bund?

Der Bund wolle Alertswiss in den nächsten Jahren weiterentwickeln, sagte Babs-Direktor Benno Bühlmann gestern. Nächstes Jahr möchte das Babs den MeteoSchweiz-Alarm zu den Wettergefahren einbinden. Geplant ist auch, die Bevölkerung über Newsportale oder Bildschirme in Einkaufszentren zu alarmieren.

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