Kriegsverbrechen

Albanische Regierung fordert Untersuchung gegen Carla del Ponte

Carla del Ponte soll von der unzureichenden Beweislage gewusst haben (Archiv)

Carla del Ponte soll von der unzureichenden Beweislage gewusst haben (Archiv)

Die albanische Regierung fordert nach dem Freispruch von Ramush Haradinaj eine Untersuchung gegen Carla del Ponte. Die Chefin des UNO-Kriegsverbrechertribunals hatte in Den Haag Anklage gegen den früheren Regierungschef des Kosovos erhoben.

Die Ermittlungen von del Ponte müssten auf internationaler Ebene einer unabhängigen Überprüfung unterzogen werden, hiess es in einem Communiqué des albanischen Staatspräsidenten Bujar Nishani vom Montag. Auch aus dem Kosovo sind Forderungen nach einer Untersuchung von del Pontes Rolle laut geworden.

Haradinaj war vom Haager Tribunal vergangene Woche in allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Es gebe keine Beweise für den Vorwurf von Mord und Folter an Serben und ihren Unterstützern während des Unabhängigkeitskrieges im Kosovo 1998. Der ehemalige UCK-Kommandant war bereits 2008 in einem ersten Verfahren freigesprochen worden.

Tirana stützt sich bei seiner Forderung auf eine Aussage des ehemaligen Stellvertreters von del Ponte, Geoffrey Nice, gegenüber der BBC. Gemäss Nice soll del Ponte gewusst haben, dass die Beweislage für eine Verurteilung Haradinajs nicht ausreiche.

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