Schienen

Alarm: Schweizer Infrastruktur verlottert

Baustellen, so weit das Auge reicht. Nun zeigt sich: Da die Infrastruktur auf Schweizer Strassen auseinanderfällt, drohen neue Baustellen auf den Strassen und auf dem Schienennetz.

Implenia schlägt Alarm: «Die Schweiz muss aufpassen, dass sie ihre sehr gute Infrastruktur nicht vernachlässigt. Es kommt ein grosser Investitionsbedarf auf uns zu, wenn wir die Qualität halten wollen. Das wird heute unterschätzt, » sagt Anton Affentranger - Verwaltungsrat des grössten Schweizer Baukonzerns.

Das Problem: Laut dem Lobbyverband «Infrastruktur Strasse» befinden sich 10 Prozent der Schweizer Strassen in einem kritischen oder schlechten Zustand.»

Allerdings würden 17 der 26 Kantone zu wenig tun, um dieses Problem zu lösen. Um den Zerfall der Strassen abzuwenden, braucht es Investitionen in Höhe von 1,13 Milliarden Franken - pro Jahr.

Autofahrern droht versteckte Steuererhöhung

Selbst Bundesrat Moritz Leuenberger bestätigt, dass die Schweizer Strassen verwahrlosen. «Wir leben von der Substanz», sagt sein Sprecher Urs Weber gegenüber dem «Sonntag». «Der Werterhalt ist in letzter Zeit vernachlässigt worden. Wenn man jetzt nicht die Weichen stellt und der Substanzerhaltung ein höheres Gewicht beimisst, dann drohen Probleme, » so Weber.

Jedoch fehlt dem Bund das Geld, um die Strassen zu sanieren. Deshalb greift Leuenberger zu einer versteckten Steuererhöhung: Laut dem «Sonntag» will Leuenberger, dass Autofahrer und Bahnreisende für die Nutzung einer stark befahrenen Hauptachse mehr bezahlen müssen als für die Fahrt auf einer wenig befahrenen Nebenstrecke. Auch wer in Stosszeiten unterwegs ist, soll mehr bezahlen. Zudem ist eine Verteuerung des Treibstoffzuschlags geplant und auch die Autobahnvignette soll teurer werden.

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