Energie
AKW Mühleberg ist wieder am Netz – Kernmantel laut BKW stabil

Das AKW Mühleberg ist seit Montag wieder in Betrieb. Der bernische Stromkonzern BKW hat das Atomkraftwerk nach Abschluss der Jahresrevision und mit zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen wieder hochgefahren.

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Das AKW Mühleberg ist wieder am Netz.

Das AKW Mühleberg ist wieder am Netz.

Keystone

In der Sommerpause sei auch die Stabilität des Kernmantels untersucht worden, schreibt die BKW. Die umfangreichen Kontrollarbeiten und die bruchmechanische Bewertung des Kernmantels bestätigten einmal mehr «die Stabilität und Integrität des Kernmantels», heisst es im Communiqué.

Anders sehen die AWK-Kritiker: Die seit 1990 bekannten Risse im Kernmantel seien ein Sicherheitsrisiko, wird kritisiert.

Millionenloch im AKW-Fonds

Im AWK-Fond Mühleberg klafft laut az-Recherchen eine kumulierte Deckungslücke von 36 Millionen. Bei der BKW sieht man keinen Handlungsbedarf und schliesst eine freiwillige Nachzahlung aus. Lesen Sie die ganze Story hier.

Die BKW hatte das AKW Mühleberg nach der Atomkatastrophe von Fukushima Ende Juni abgeschaltet. Sie war dadurch einer wahrscheinlichen Ausserbetriebnahme durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspekorat ENSI zuvorgekommen. Grund waren Bedenken, dass bei einem extremen Hochwasser eine Wasserzuleitung verstopft werden könnte.

Arbeiten in AKW durch ENSI abgenommen

Anfang September hatte die Aufsichtsbehörde die geplanten Massnahmen als ausreichend beurteilt und die Freigabe nach deren Umsetzung in Aussicht gestellt. In den letzten Wochen waren beim AKW Mühleberg drei zusätzliche Ansaugstutzen bei der Kühlwasserentnahme aus der Aare eingebaut und weitere Sicherheitsmassnahmen umgesetzt worden.

Damit sei gewährleistet, dass die Wasserversorgung des Notstandgebäudes nach Eintreten eines Extremereignisses verstopfungssicher erfolge, schreibt das ENSI in einer Mitteilung vom Samstag. Die Aufsichtsbehörde hat die von der BKW durchgeführten Arbeiten inzwischen geprüft und abgenommen.

Langzeitbewilligung ungewiss

Damit erfüllt das AKW Mühleberg aber nicht mehr als die Minimalanforderungen an die Sicherheit. Für den Langzeitbetrieb fordert das ENSI ein zusätzliches Kühlsystem. Auf dem Prüfstand ist derzeit ein Kompaktkühler, der den Reaktor im Notfall mit Luft kühlen könnte.

Bis Ende März 2012 müssen alle Schweizer AKW zudem den Nachweis erbringen, dass sie einem Extrem-Erdbeben standhalten können und auch gegen einen dadurch verursachten Bruch eines Staudammes gewappnet sind. Erst danach entscheidet das ENSI über die Langzeitbewilligung für das AKW Mühleberg.

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