Atomenergie

AKW-Mühleberg-Leiter: «Am 6. Januar schlagen wir neues Kapitel auf»

Mühleberg-Leiter Martin Saxer.

Mühleberg-Leiter Martin Saxer.

Nach der Abschaltung des Atomkraftwerks Mühleberg gehen die Stilllegungs- und Rückbauarbeiten direkt am 6. Januar los, wie Werkleiter Martin Saxer am Freitag vor den Medien sagte.

Mit der Abschaltung gehe eine Ära zu Ende, in der das Kernkraftwerk Energie- und Technikgeschichte geschrieben habe, sagte Saxer. "Es ist aber lediglich ein Kapitel abgeschlossen. Am 6. Januar schlagen wir ein neues auf".

Saxer zeigte sich stolz auf die 330 Mitarbeitenden des Werks, die über 47 Jahre einen Betrieb ohne grössere Zwischenfälle garantiert hätten. Das Werk habe insgesamt 130'000'000'000 Kilowattstunden Strom produziert. Das würde ausreichen, um die Stadt Bern über hundert Jahre lang mit Strom zu versorgen. Gesamtschweizerisch trug Mühleberg mit 5 Prozent zur Stromproduktion bei.

AKW Mühleberg: «Lösungen für eine lebenswerte Zukunft»

«Lösungen für eine lebenswerte Zukunft»: die wichtigsten Momente der Medienkonferenz zur Abschaltung des AKW Mühleberg.

 

Er wünsche sich, dass "die Erfolgsgeschichte ab dem 6. Januar weitergeschrieben" wird, sagte Stefan Klute, Gesamtprojektleiter der Stilllegung. Für die Stilllegung und den Rückbau wurden die Mitarbeitenden geschult.

In der ersten Januarwoche geht es vor allem darum, die Infrastruktur für den Ausbau der Turbinen und Generatoren aufzustellen. Der Ausbau sollte bis im kommenden Herbst über die Bühne gehen.

Dabei gilt es unter anderem, die sogenannten Splitterschutzsteine aus dem Maschinenraum zu hieven. Einer allein wiegt zwischen 4 und elf Tonnen, wie Klute ausführte. Das Ziel sei, pro Tag drei bis vier Steine herauszuholen.

Nach drei Monaten sollen die Brennelemente herausgeholt und im Lagerbecken abgelegt werden. Das Becken erhält ein autarkes Notsystem, das nicht mehr mit dem Reaktor gekoppelt ist.

Jahrelange Arbeit

Im Herzstück des AKW, dem Reaktor, werden zuerst im oberen Teil Betonriegel abgebaut. "Dann arbeiten wir uns zum Druckbehälter vor", wie Klute sagte. Im Jahr 2024 sollte Mühleberg frei von Kernbrennstoff sein. Daraufhin erfolgt der nukleare Rückbau. Im Jahr 2031 sollte auf dem Areal keine Radioaktivität mehr vorhanden sein.

Was danach mit dem gut erschlossenen Gelände geschieht, ist laut BKW-CEO Suzanne Thoma noch offen. Ideen gebe es schon, aber noch keine konkreten Pläne. Ihr Wunsch wäre es, dass das Gelände weiterhin als Wirtschaftsstandort der Region dienen würde.

77 Kilometer Tunnel: In Finnland entsteht das erste Atommüll-Endlager – ein Augenschein

77 Kilometer Tunnel: In Finnland entsteht das erste Atommüll-Endlager – ein Augenschein

Was in der Schweiz noch gesucht wird, wird in Finnland seit 2004 gebaut: ein Endlager für radioaktiven Atommüll.

Meistgesehen

Artboard 1