Atomdebatte
AKW-Gegner sehen sich durch das Ensi bestätigt

Die Atom-Aufsichtsbehörde Ensi hat bei den Schweizer Atomkraftenwerken Mängel entdeckt, will diese aber nicht abschalten lassen. Für SP und Grüne ist dieser Entscheid inakzeptabel.

Christof Forster
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Blick auf das AKW Mühleberg

Blick auf das AKW Mühleberg

Keystone

Das Ensi hat sicher sorgfältig gearbeitet», lobt der Baselbieter SP-Nationalrat Eric Nussbaumer. Jürg Joss vom Fokus Anti-Atom findet es erfreulich, dass die Aufsicht jetzt zur gleichen Erkenntnis gelange wie die langjährigen Mühleberg-Gegner. Beim Kernkraftwerk unweit von Bern ist die Ensi-Mängelliste am längsten.

Dann folgt Beznau. Das Ensi ortet Mankos bei der Lagerung und Kühlung der verbrauchten Brennelemente. Weil deswegen keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestehe, verzichtet das Ensi jedoch darauf, die beiden Kraftwerke vorläufig abzuschalten.

«Sofort abschalten»

Für SP und Grüne ist dieser Entscheid inakzeptabel. «Beznau und Mühleberg müssen sofort abgeschaltet werden», fordert Grüne-Nationalrat Geri Müller. Nussbaumer sieht die AKW-Betreiber in der Verantwortung. Diese müssten ihre Werke aus eigenem Antrieb während der Nachrüstung ausschalten.

Hart urteilt auch die Berner Regierungsrätin Barbara Egger: «Dass zuerst ein schlimmes Unglück passieren musste, bevor gravierende Mängel überhaupt entdeckt werden, ist besorgniserregend.» Für FDP-Präsident Fulvio Pelli drängen sich keine Sofortmassnahmen auf. «Wir müssen der Risikoabschätzung der Experten glauben.»