Aktiensteuer lässt die Kasse klingeln

Dank sprudelnden Steuerquellen kann die Gemeinde auch einen neuen Werkhof bauen.  (ach)

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Dank sprudelnden Steuerquellen kann die Gemeinde auch einen neuen Werkhof bauen. (ach)

Die Weihnachtsüberraschung kann auch Gemeindeammann Max Heller kaum fassen: Rechtzeitig zum Jahresende fliessen 11,84 Millionen Franken aus Aktiensteuern in die Kasse der Einwohnergemeinde – das sind 5,34 Millionen mehr als budgetiert.

Peter Rombach

Der unerwartete Geldsegen für das ohnehin reiche Kaiseraugst verlangt ungewöhnliche Entscheidungen. Der Gemeinderat beruft deshalb auf den 21. Januar eine ausserordentliche Gemeindeversammlung ein. Einziges Traktandum: neuer Beschluss über das Budget 2010 auf der Basis eines Steuerfusses von 75 Prozent.

An einer gestern kurzfristig einberufenen Medienorientierung berichtete Gemeindeammann Max Heller, dass sich der Gemeinderat mit der Finanzkommission abgesprochen habe, dem Souverän eine Steuerfussreduktion von 82 auf 75 Prozent vorzuschlagen. Vizeammann Sibylle Lüthi, verantwortlich für das Finanzressort, sprach von einer «stattlichen Verschiebung» und hielt fest, dass sich der Gemeinderat bei der Budgetplanung 2010 an der Entwicklung des Aktiensteuerertrages aus den Vorjahren orientiert habe.

Am 2. Dezember sei vom kantonalen Steueramt die Abrechnung «Gemeindesteuern juristische Personen» zugestellt worden. Voller Optimismus hielt Lüthi fest: «Es zeichnet sich ab, dass die Gemeinde Kaiseraugst auch in Zukunft mit einem höheren Aktiensteuereingang als den bisher budgetierten 6,7 Millionen Franken rechnen kann.»

Gemeindeammann Max Heller unterstrich, dass vor diesem Hintergrund eine Steuerfuss-senkung gerechtfertigt sei. Damit rücke Kaiseraugst im Kanton Aargau nach Döttingen und Oberwil auf Platz 3 vor. «Wir nehmen gerne die Bronzemedaille», freute er sich. «Wir wollten die gute Nachricht noch vor Weihnachten unter die Leute bringen.»

Die Neuberechnungen ergaben, dass sich der Steuerertrag bei den natürlichen Personen im nächsten Jahr um 740 000 Franken auf knapp 8 Millionen reduziert. Die Aktiensteuereinnahmen mussten auf 7,44 Millionen Franken nach oben korrigiert werden.

Die Position des Gemeinderats fasste Heller zusammen: «Es wäre falsch, wenn die Einwohner nicht schon 2010 von der neuen Finanzsituation profitieren könnten.» Insofern rechne er mit keinen Problemen an der ausserordentlichen Einwohnerversammlung zur Budgetkorrektur.

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