Das Weissbuch der Akademien definiert die Anforderungen an das Bildungssystem im Jahre 2030. Es gehe darum, den "Pool der Begabungen" besser auszuschöpfen, sagte Professor Walther Zimmerli. Um die Spitze zu fördern, müsse die Breite gestärkt werden. Ausgaben für die Bildung seien nicht einfach Kosten, sondern Investitionen.

Es gehe darum, den Marktwert der Bildungsmarke "Swissness" zu steigern. Kritik übt das Weissbuch am Bildungsföderalismus. Was bisher als Qualitätsmerkmal angesehen worden sei, sei heute nur noch ein "kleinteiliger Partikularismus", der zunehmend als Mobilitätsschranke erfahren werde und ungleiche Bildungschancen schaffe.

Auch wenn die Schweiz ein historisch einzigartiges und erfolgreiches Schulsystem habe, sei sie doch keine Insel, heisst es in dem Weissbuch. Die geschützten Räume kantonaler Schulpolitik seien für sich nicht in der Lage, angemessene Zukunftslösungen zu finden und zu realisieren.

In ihrem Szenario 2030 entwerfen die Akademien die strategischen Grundzüge eines zukunftsfähigen Bildungsverständnisses aus der Perspektive einer Wissensgesellschaft. Im Zentrum stehen eine umfassende Entfaltung der menschlichen Kompetenzen und die Befähigung zu aktiver und selbstbestimmter Teilhabe am öffentlichen Leben.

Das Szenario setzt auf eine frühe Förderung von besonderen Begabungen. Ein elementares Wissenschafts- und Technikverständnis müsse integraler Teil der Allgemeinbildung werden.