Iran

Ahmadinedschad legt in Teheran Amtseid ab

Ahmadinedschad während der Vereidigung

Ahmadinedschad während der Vereidigung

Knapp acht Wochen nach seiner von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor dem Parlament in Teheran den Amtseid abgelegt.

Der einflussreiche ehemalige Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani, der dem Expertenrat und dem Schlichterrat vorsitzt, nahm nicht an der Vereidigung teil.

Auch die westlichen Staaten hielten sich zurück. Ahmadinedschad sagte nach seiner Vereidigung, er erwarte keine Glückwünsche westlicher Staats- und Regierungschefs. US-Präsident Barack Obama, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatten bereits erklärt, Ahmadinedschad entgegen diplomatischer Geflogenheit nicht zur Wiederwahl zu gratulieren.

Nach Angaben des Aussenministeriums in Stockholm nahm Schwedens Botschafter Magnus Wernstedt, dessen Land gegenwärtig den EU-Ratsvorsitz hat, jedoch wie geplant an der Vereidigung teil.

Seine Anwesenheit bedeute aber nicht, dass Schweden oder die EU Menschenrechtsverletzungen im Iran akzeptierten, sagte ein Sprecher. "Wir wollen aber diplomatische Kontakte zum Iran aufrechterhalten." Auch Grossbritannien, Spanien und Frankreich waren durch ihre Botschafter vertreten.

Vor dem Parlamentsgebäude versammelten sich mehrere hundert Anhänger der Opposition zu Protesten. Die Sicherheitskräfte, die das Parlament grossräumig umstellt hatten, setzten nach Angaben von Augenzeugen Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Weitere Augenzeugen berichteten von mindestens einer Festnahme.

Der Wahlsieg des 52-Jährigen war am Montag vom geistlichen Führer Ayatollah Ali Chamenei feierlich bestätigt worden. In den vergangenen Wochen hatten sich hunderttausende Iraner an den Protesten gegen die Wahl beteiligt.

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