Mit Blick auf die Lage im Gazastreifen sagte der umstrittene iranische Präsident: "Wie kann es sein (...), dass unterdrückte Männer und Frauen, die Opfer eines Völkermords und strikter wirtschaftlicher Blockade sind, Grundbedürfnisse wie Essen, Wasser und Medikamente verweigert bekommen?"

Ohne Israel ausdrücklich zu nennen, sagte er: "Es ist nicht länger akzeptabel, dass eine kleine Minderheit die Politik, Wirtschaft und Kultur grosser Teile der Welt durch ihre komplizierten Netzwerke beherrscht und eine neue Form der Sklaverei betreibt."

Ahamdinedschad beschuldigte in seiner Rede auch die ausländischen Armeen in Irak und Afghanistan, "Krieg, Tötungen, Aggressionen, Terror und Einschüchterung" zu verbreiten. Der Westen gebe vor, Demokratie fördern zu wollen. Tatsächlich aber habe sich die Lage in diesen Ländern seit der militärischen Interventionen noch verschlimmert.

Westlicher Boykott

Angesichts der Aussagen des iranischen Präsidenten verliessen laut Diplomatenangaben mehr als zehn westliche Delegationen den Saal. Unter ihnen seien unter anderem die USA, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich sowie Argentinien und Australien gewesen. Die meisten Vertreter aus Ländern der dritten Welt blieben im Saal.

Auch die Schweizer Delegation nahm an dem Boykott nicht teil, "wie andere europäsiche Staaten", wie Johann Aeschlimann, Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gegenüber der Nachrichtenagentur SDA in New York sagte.

Auf den Streit um das Atomprogramm seines Landes ging Ahmadinedschad mit keinem Wort ein. Er versicherte nur allgemein, Teheran wolle sich "konstruktiv" daran beteiligen, internationale Probleme und Herausforderungen anzugehen. "Wir fühlen uns verpflichtet, an einem dauerhaften Frieden und Sicherheit für die ganze Welt mitzuarbeiten", sagte er.