Montreux
Aggressive Töne und ein Eklat zur Eröffnung der Syrien-Konferenz

Der syrische Aussenminister Walid al-Mualim lieferte sich gleich zu Beginn der Syrien-Friedenskonferenz ein Wortgefecht mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Er nahm für sich das Recht heraus, so lange zu reden wie er wolle.

Dagmar Heuberger
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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (rechts) und der UN-Spezial Gesandte der Arabischen Liga Lakhdar Brahimi.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (rechts) und der UN-Spezial Gesandte der Arabischen Liga Lakhdar Brahimi.

Keystone

Eklat bei der Eröffnung der Friedenskonferenz für Syrien gestern in Montreux: Der syrische Aussenminister Walid al-Mualim überschritt nicht nur die vorgeschriebene Redezeit. Er lieferte sich auch ein Wortgefecht mit UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Hier findet die Konferenz statt: Montreux Palace
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Bundespräsident Didier Burkhalter im Mediengetümmel.
Didier Burkhalter sagforderte, die Konferenz müsse Fortschritte für die Menschen in Syrien bringen.
Die Konferenz zieht eine Vielzahl an Journalisten an.
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Ob der schöne Ausblick einen Beitrag zum Frieden leisten vermag?
Demonstration von Assad-Gegner.
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Demonstration von Assad-Befürwortern.
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Allgemeiner Aufruf zum Frieden.
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Die Demonstrationen verliefen friedlich.
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In den Strassen von Montreux geht das «normale» Leben weiter.

Hier findet die Konferenz statt: Montreux Palace

Emanuel Freudiger

Nachdem al-Mualim länger als die vorgesehenen zehn Minuten gesprochen hat, bat Ban ihn, sich an die Redezeit zu halten. Daraufhin sagte der syrische Aussenminister zu Ban: «Sie leben in New York, ich lebe in Syrien. Ich habe das Recht, hier die syrische Position zu vertreten. Nach drei Jahren des Leidens ist das mein Recht.»

Aggressive Worte richtete Präsident al-Assads Aussenminister auch an die syrische Opposition. Er bezeichnete sie als «Verräter» und «Agenten im Dienste von Feinden des syrischen Volkes.» In Syrien seien Terroristen der Kaida am Werk, die Assad stürzen wollten. Den westlichen Unterstützern der Opposition warf al-Mualim vor, «Blut an den Händen» zu haben.

Der Chef des syrischen Oppositionsbündnisses Ahmed al-Dscharba zeigte sich etwas kompromissbereiter. «Das syrische Volk erwartet von uns Ergebnisse,» sagte er. Jeder weitere Tag des Wartens bedeute für die Opposition weiteres Blutvergiessen.

Wie uneinig auch die internationale Staatengemeinschaft ist, zeigte sich in den Reden von US-Aussenminister John Kerry und seines russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Kerry betonte vor den Konferenzteilnehmern, dass es für Assad keine politische Zukunft in Syrien gebe. Lawrow hingegen stellte sich hinter Assad und sprach von «Terroristen», die Chaos verbreiteten und die «jahrhuntertealten, demokratischen und kulturellen Grundlagen» Syriens zerstörten.