Affäre Hildebrand
Affäre Hildebrand: Blocher hat Datendieb zu Publikation gedrängt

Reto T., der Ex-Bank-Sarasin-Mitarbeiter, soll von SVP-Stratege Christoph Blocher zur Publikation der Daten gedrängt worden sein. Für alles sei er ziemlich unter Druck gesetzt worden sein.

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SVP-Stratege Christoph Blocher soll den Datendieb zur Publikation gedrängt haben

SVP-Stratege Christoph Blocher soll den Datendieb zur Publikation gedrängt haben

Nach den Vorwürfen über Manipulationen an den Bankauszügen des ehemaligen Nationalbankpräsidenten äussert sich jetzt auch der Ex-Bank-Sarasin-Mitarbeiter Reto T. in der Zeitung „Der Sonntag".

Der Mann, der die Daten entwendet hat, sagt, dass er mit Garantie nichts daran präpariert hat. Er habe nichts anderes getan, als seinen Anwalt Hermann Lei, über die Bankdaten von Herrn Hildebrand zu informieren.

Für alles andere sei er ziemlich unter Druck gesetzt worden.

Auch alt Bundesrat Christoph Blocher habe dazu gedrängt, dass die Sache publik gemacht wird. „Es gibt auch viele Sachen auf der Seite Blocher. Dort sollten Sie recherchieren - dort ist noch viel gelaufen", so Reto T.

Datendieb wollte sich nie das Leben nennen

Datendieb Reto T. hat nie versucht, sich das Leben zu nehmen. Dies schreibt „der Sonntag" in der aktuellen Ausgabe.

Die von der „Sonntags-Zeitung" am 8. Januar kolportierte Geschichte sei falsch. „Der Sonntag" beruft sich auf ein Telefonat mit Reto T., der über die Schlagzeile der „Sonntags-Zeitung" entsetzt gewesen sei.

Die „Sonntags-Zeitung" reagiert auf das Dementi des Datendiebes überrascht: Bis heute hätten weder Reto T. noch dessen Anwalt bei uns reklamiert oder gar eine Berichtigung verlangt. Es hätten drei glaubwürdige und voneinander unabhängige Quellen vorgelegen.

Doch der Datendieb widerspricht vehement. Die Meldung über den angeblichen Suizid war international verbreitet worden.

Der IT-Supporter sagt weiter, dass er nicht in der Klinik sei, für das was er gemacht hat, sondern für das was man mit ihm gemacht hat. Bei der Manipulation an Hildebrands Daten wurden auch der Name des Ex-Sarasin-Mitarbeiter, sein Usercode sowie der Name von Hildebrands Kundenberater abgedeckt. Dies sagt der Anwalt von Lei.

Von Seite des Thurgauer SVP-Kantonsrat wird zudem behauptet, dass die Selbstanzeige des Sarasin-Mitarbeiters aus Panik erfolgt sei. Nachdem seine Bankkarte nicht funktionierte, dachte er diese sei gesperrt worden und sein Datenklau aufgeflogen.

Deshalb habe er sich bei der Polizei gestellt. Der Datendieb selbst gibt sich erstmals auch optimistisch. Er ist zuversichtlich, dass am Ende auskommen wird, wie alles wirklich gelaufen ist.

Geheimtreffen bei Blocher

Derweil berichtet der "SonntagsBlick", dass Reto T. am 3. Dezember 2011, 11 Uhr, bei alt Bundesrat Christoph Blocher zu Besuch war. Bei dem Geheimtreffen ging es um einen Job und Geld. Bei dem Treffen soll auch Anwalt Lei in Blochers Villa anwesend gewesen sein.