Die Erneuerungswahlen verliefen in einer ruhigen und friedlichen Stimmung. Von Wahlkampf, wenn auch nur in Ansätzen, war wenig zu spüren. Ist ja auch nicht nötig, dass es zu unappetitlichen Schlammschlachten kommt. Um die sieben Sitze im Gemeinderat bewarben sich insgesamt acht Personen. Die Wahlberechtigten hatten somit eine echte Auswahl. Zwei Neue, ein Vertreter des Vereins Forum und ein von der FDP nominierten Parteiloser schafften die Wahl problemlos. Der Kandidat der SVP blieb hingegen auf der Strecke. Die SVP ist im neuen Gemeinderat nicht mehr vertreten. Das Gemeindepräsidium wechselt von SVP zur FDP. Der Gemeinderat setzt sich neu aus drei Vertreter/-innen des Forums, drei Parteilosen und einem Vertreter der FDP zusammen. Das vom Forum und der FDP der Wählerschaft empfohlene 7er-Ticket, das heisst die Allianz der Vernunft hat Früchte getragen.

Gewählt sind Ruedi Müller, auch als Präsident- Astrid Elsener-Willi- Esther Franceschini Guggisberg, Bruno Fuchs, Peter Hoppler, Jürg Landolt und Rolf Todescho.

Die erreichten Stimmenzahlen der Gewählten und des Nichtgewählten können der amtlichen Publikation der Wahlergebnisse in der heutigen Zeitungsausgabe entnommen werden. Ebenso die Ergebnisse der unspektakulären Wahl der RPK und der reformierten Kirchenpflege.

In der Zusammensetzung des neuen Gemeinderates widerspiegelt sich der Wandel in der Bevölkerungsstruktur. Alle sieben Mitglieder entstammen Berufen oder sind in Berufen tätig, die dem Dienstleistungssektor zuzurechnen sind. Erstmals ist in der einst bäuerlich geprägten Gemeinde kein Vertreter der Landwirtschaft mehr im Gemeinderat vertreten. Der kandidierende Landwirt, der sich der Wählerschaft als «Ur-Eugster» präsentierte, reüssierte nicht. Wenn als Ur-Aeugster jemand verstanden wird, der in der Gemeinde geboren und aufgewachsen ist, regiert immerhin eine Einheimische mit, nämlich eine Familienfrau und Wirtschaftsinformatikerin, die in der hiesigen Gemeinde gross geworden ist. Die übrigen Mitglieder des Gemeinderates gehören der Spezies der sogenannten Zugezogenen an. Allerdings Zugezogene, die sich in einigen Fällen vor Jahrzehnten in der Gemeinde niedergelassen haben.

Nach der Auszählung der Stimmen hat das Plenum Aeugst, ein loser Zusammenschluss der Ortsparteien, des Vereins Forum und der Kirchenpflegen, zu einem Wahlapéro ins Restaurant Eichhörnli eingeladen. Unter den zahlreich erschienenen Leuten herrschte eine aufgeräumte Stimmung, woraus zu schliessen ist, dass weite Kreise mit dem Wahlausgang zufrieden sind.