Aeschi

Aeschi schafft ein Gemeindebüro

Bäumig: Die Einwohner von Aeschi können künftig an fünf Tagen auf die Gemeindeverwaltung. (Bild: Urs Lindt)

Aeschi

Bäumig: Die Einwohner von Aeschi können künftig an fünf Tagen auf die Gemeindeverwaltung. (Bild: Urs Lindt)

Mit einem Grundsatzentscheid hat die Gemeindeversammlung am Mittwoch der Schaffung einer hauptamtlichen Gemeindeverwaltung zugestimmt. Nebst der Zusammenlegung der Gemeindeschreiberei mit der Finanzverwaltung wird auch ein Gemeindebüro errichtet.

Lea Reimann

Da Ernst Kaufmann, seit 1980 Finanzverwalter der Einwohnergemeinde Aeschi, demnächst pensioniert wird, hat sich der Gemeinderat zusammen mit Ueli Bucher, dem Geschäftsführer des Verbandes Solothurner Einwohnergemeinden, mit der künftigen Organisation der Gemeinde befasst. Sowohl die Finanzverwaltung, als auch die Gemeindeschreiberei, laufen in Aeschi bis anhin nebenamtlich. Das heisst zum Beispiel, dass der Gemeindeschreiber in der Regel erst nach Feierabend erreichbar ist, und zwar bei sich zu Hause. Diese Situation führe aber immer wieder zu Reklamationen, weiss Gemeindepräsident Urs Müller. «Viel hat bisher nur funktioniert, weil ich den ganzen Tag über erreichbar bin. Eine Gemeindeschreiberei mit Schalterstunden fehlt aber einfach», betonte Müller. Um die Verwaltungstätigkeiten rein nebenamtlich zu erledigen, ist Aeschi zu gross und zu komplex. Eine professionelle Verwaltungsführung ist allerdings bei den etwas über 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern nicht finanzierbar.

Gemeindeschreiber wird Verwalter

Aus diesem Grund beantragte der Gemeinderat, dass der seit 1981 amtierende Gemeindeschreiber Walter Sommer ab 1. Oktober 2009 unter der neuen Bezeichnung Gemeindeverwalter auch die Verwaltung der Finanzen übernimmt. So wird eine hauptamtliche Gemeindeverwaltung geschaffen, für die im Schulhaus ein Gemeindebüro mit Schalteröffnungszeiten eingerichtet wird. Zudem soll punktuell mit einem externen Treuhandbüro zusammen gearbeitet werden, damit die Stellvertretung von Walter Sommer gewährleistet ist. «Nach einer groben Kostenschätzung wird der Personalaufwand um 30 000 bis 40 000 Franken pro Jahr steigen», erklärte Gemeindepräsident Urs Müller. «Im Vergleich mit anderen Gemeinden liegen wir damit aber immer noch sehr gut drin.»

Der Antrag des Gemeinderats wurde mit 25 Befürwortungen bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung deutlich angenommen. Ein zuvor gestellter Rückweisungsantrag von Roland Moser wurde mit 24 Nein-Stimmen abgelehnt. Moser schlug vor, das Geschäft zu vertagen und zuerst eine konkrete Offerte für die komplette Abgabe der Verwaltung an eine professionelle Firma einzuholen.

Überschuss anstatt Defizit

Die Rechnung ist dieses Jahr besonders erfreulich ausgefallen. Der negativ budgetierte Abschluss blieb aus. Stattdessen verzeichnet die laufende Rechnung 2008 einen Aufwand von 8,49 Mio. Franken und einen Ertrag von 8,87 Millionen, woraus ein Ertragsüberschuss von 377 563 Franken resultiert. Dies gelang, weil der Nettoaufwand in den Rubriken überwiegend unter Budget lag, und weil die Steuereinnahmen höher waren als erwartet. Vom Ertragsüberschuss werden 154 257 Franken zusätzliche Abschreibungen getätigt. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 186 Prozent, die Verschuldung pro Einwohner beläuft sich auf 407 Franken. Die Rechnung wurde von der Gemeindeversammlung einstimmig genehmigt.

Im Weiteren sagte die Gemeindeversammlung einstimmig Ja zur Gemeindeinitiative «Sach- und Finanzverantwortung in Übereinstimmung bringen», welche vom Verband Solothurner Einwohnergemeinden lanciert wurde. Darin wird die Erhöhung der Kantonsbeiträge an die Besoldungskosten im Volksschulbereich gefordert, und zwar von 43,75 Prozent auf 55 Prozent. Über diese Initiative wird demnächst an zahlreichen Gemeindeversammlungen im ganzen Kanton abgestimmt. Zehn positive Beschlüsse sind nötig, damit die Initiative zustande kommt.

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