Damit hat das Stimmvolk das letzte Wort darüber, ob integrierte medizinische Versorgungsnetze über einen differenzierten Selbstbehalt gefördert werden sollen. Geht es nach dem Parlament, sollen Patienten künftig einen Selbstbehalt von 15 Prozent bezahlen müssen, wenn sie sich in der Krankenversicherung nicht einem solchen Managed-Care-Modell anschliessen.

Von Managed Care wird gesprochen, wenn sich Leistungserbringer - etwa Hausärzte, Spezialärzte und Physiotherapeuten - zum Zweck der Koordination der medizinischen Versorgung zusammenschliessen und gemeinsam die Budgetmitverantwortung übernehmen. In solchen Modellen geben die Patienten die freie Arztwahl auf.

Nur wer sich in einem solchen integrierten Ärztenetzwerk behandeln lässt, soll in Zukunft wie heute einen Selbstbehalt von 10 Prozent bezahlen, beschloss das Parlament im Rahmen einer Revision des Krankenversicherungsetzes (KVG).

Mehr bezahlen für weniger Leistung

Wer dagegen den Arzt auch in Zukunft selber wählen will, müsste unter dem neuen System mehr bezahlen als heute, kritisierten die Wortführer der drei verschiedenen Komitees aus dem Gesundheitssektor, die die Unterschriften für das Referendum gesammelt haben.

Ihrer Ansicht nach führt diese "Wettbewerbsverzerrung zugunsten von Managed Care" unter dem Strich zu einer "Rationierung der medizinischen Leistungen". Bisher hätten Krankenkassen bereits bestehenden medizinischen Netzwerken relativ grosszügige Budgets gewährt, sagte Markus Trutmann, Generalsekretär des Dachverbandes der chirurgisch und invasiv tätigen Fachgesellschaften (fmCh).

Werde aber das Ziel des Bundesrats erreicht, 60 Prozent der Bevölkerung in ein Managed-Care-Modell zu drängen, könnten die Krankenkassen dank der viel grösseren Verhandlungsmacht strenge Budgeteinschränkungen durchsetzen. Damit sei eine Rationierung der medizinischen Leistung programmiert, sagte Trutmann weiter.