Heute legen Krankenkassen und Ärzte vertraglich fest, welche Leistungen wie hoch abgegolten werden. Im Rahmen des runden Tisches von letztem Dienstag hatte Couchepin vorgeschlagen, dem Bund das Recht zu geben, bei hohen Kostensteigerungen die Tarife festzulegen.

Das heutige System funktioniere gut, verteidigte der Präsident der Ärzteschaft FMH, Jacques de Haller, den Status quo. Dass gerade ein liberaler Bundesrat diese privatwirtschaftliche Regelung in Frage stelle, erstaune ihn. Kosten zu senken, sei auf diesem Weg sowieso nicht möglich.

Die Tarife seien nicht überrissen, und eine Umverteilung von Spezial- zu Allgemeinmedizinern wäre nicht gerecht.

Beharre Couchepin auf seinem Vorhaben, kann sich de Haller vorstellen, dass die Ärzteschaft erneut auf die Strasse geht. "Die Ärzteschaft wird sich wehren", kündigte de Haller an.

Seit das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Prämienerhöhungen von über 10 Prozent angekündigt hatte, ist eine heftige Debatte über die stetig steigenden Gesundheitskosten entbrannt. Bei Spitzengesprächen aller Involvierte stellte Couchepin am Dienstag Sofortmassnahmen für Anfang 2010 in Aussicht.

Unter anderem beinhaltet der Vorschlag eine pauschale Praxisgebür von 30 Franken. Gegen diese hatte die Ärzteschaft bereits am Dienstag opponiert. Für de Haller muss vielmehr in der Finanzierung eine neue Lösung gefunden werden. Dass die Kosten weiter steigen, sei unvermeidlich.