Picknick

Ärger über Wegwerfgrills: «Verkauf dieser Sch...grills sollte man verbieten»

Hund Monty kennt den Anblick: Gebrauchte Einweggrills, zerstörte Rasenflächen. Alltag in den Langen Erlen. Und das wird voraussichtlich auch so bleiben.

Hund Monty kennt den Anblick: Gebrauchte Einweggrills, zerstörte Rasenflächen. Alltag in den Langen Erlen. Und das wird voraussichtlich auch so bleiben.

Es gibt sie nicht nur in Basel: Einweggrills. Diese sorgen in der Stadt am Rheinknie aber für ewigen Ärger. Laut dem Kanton ist die Situation besser geworden – Spaziergänger sehen das anders.

«Den Verkauf dieser Sch...grills sollte man verbieten!», schreibt Florian Kaller auf Facebook – nicht zum ersten Mal. Unter dem Text ist ein Foto seines Hundes zu sehen, der ratlos in die Kamera blickt. «Was hat wohl dieser schwarze Fleck mit dem Alu-Dings zu bedeuten?», scheint er sich zu fragen.

Herrchen und Hund gehen regelmässig in den Langen Erlen in Basel spazieren – und immer muss sich das Herrchen ärgern: «An schönen Wochenenden liegen bis zu zehn gebrauchte Einweggrills auf der Wiese herum», stellt Kaller fest. Der angehende Koch hat sich daran gewöhnt, den Müll fremder Leute wegzuräumen. Doch der kaputte Rasen, der müsste nicht sein, findet er. Mit dieser Einstellung ist er nicht allein: Zahlreiche Facebook-Freunde haben auf seinen Post reagiert. Die Stinkdinger sollten verboten werden, lautet der Tenor.

Verbot weiterhin kein Thema

Es ist nicht das erste Mal, dass jemand ein Einweggrillverbot verlangt. Als die Billiggrills vor einigen Jahren plötzlich überall auftauchten, dominierte das Thema den Mediensommer – und die umstrittenen Grills schafften es auf die politische Bühne.

Der Basler LDP-Grossrat Heiner Vischer hatte 2013 ein Verbot gefordert – und konnte einen Teilerfolg verbuchen: Inzwischen sind nur noch Alugrills mit Beinen erhältlich, manche Detailhändler bieten gar keine Einweggrills mehr an. Verboten sind sie aber nicht. Daran wird sich auch nichts ändern: «Für ein Verbot besteht keine Rechtsgrundlage», sagt Yvonne Aellen, Leiterin Grünflächenunterhalt beim Bau- und Verkehrsdepartement. Das Problem sei erkannt, Massnahmen längst eingeleitet. Das Zauberwort: Aufklärung.

«In den Parkanlagen stehen Informationstafeln mit den wichtigsten Grillregeln», sagt Aellen. Während einigen Jahren seien zudem Botschafter unterwegs gewesen, um die Grillierer aufzuklären. Die Stadtgärtnerei ziehe eine positive Bilanz: «Seit den Aufklärungsarbeiten stellen wir fest, dass erfreulich viele Parknutzer Grillgeräte mit Beinen mitbringen, um dem Rasen Sorge zu tragen.» Bei mindestens 30 Zentimeter Beinlänge sei Grillieren ohne Schäden am Rasen möglich. Ihr sei klar, dass nach wie vor auch viele Grills mit kürzeren Beinen verwendet würden. Aber: «Zwar lassen auch diese Grills den Rasen etwas leiden, jedoch deutlich weniger tiefgründig als die Einweggrillschalen», behauptet Aellen. Ausserdem stelle man weder in den Parks, noch in den Langen Erlen eine Verschlimmerung fest.

Florian Kaller kann da nur lachen. Alle Grills, die er diesen Frühling und am vergangenen Wochenende fotografiert hat, hatten Beine. Der Rasen war trotzdem grossflächig zerstört, sagt er. Kaller bleibt dabei: «Ich finde, solche Grills gehören nicht verkauft.» Nach Vischers Vorstoss hatten sich weitere Grossräte mit dem Thema beschäftigt, doch die Regierung bleibt dabei: Ein Verbot wäre unverhältnismässig, sagte sie 2016. Die Stadtgärtnerei ihrerseits möchte weiter auf den Dialog setzen – das habe sich bewährt.

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Autorin

Martina Rutschmann

Martina Rutschmann

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