Louis Probst

Auffällig an dieser Kleberflut ist, dass da nicht bloss für die Revolutionäre Jugend Zürich geworben wird, sondern vor allem für den Grasshopper Club Zürich - für GC. «1886 GC only» steht auf den Klebern oder auch «Ändlosi Liebi - GC».

Jetzt soll es mit diesen «ändlosen» Liebesbeteuerungen sozusagen ein Ende haben: Der Stadtrat hat Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erhoben und sogar eine angemessene Belohnung ausgesetzt. (Hinweise nimmt die Regionalpolizei Brugg, Telefon 056 461 76 80, entgegen.)

Aufwändige Reinigung

«Anfang dieses Jahres hatten wir eine erste Welle solcher Kleber festgestellt», sagt Heiner Hossli, der Chef der Regionalpolizei Brugg. «Seit etwa zwei Wochen häufen sich die Kleber - vor allem die mit GC-Motiven - erneut. Die Kleber sind praktisch nicht zu entfernen. Der Aufwand für die Reinigung der Signaltafeln geht in die Tausende von Franken», sagt er.

Heiner Hossli macht auch darauf aufmerksam, dass das Zukleistern von Verkehrs-
signalen mit Klebern ein Offizialdelikt ist. Das Strassenverkehrsgesetz hält in Artikel 98 nämlich unmissverständlich fest: «Wer vorsätzlich ein Si-gnal versetzt oder beschädigt und wer vorsätzlich ein Signal oder eine Markierung entfernt, unleserlich macht oder verändert, wird mit Busse bestraft.» Zudem müssen die «GC-Fans» - falls es sich bei den Tätern denn tatsächlich um solche handeln sollte - damit rechnen, dass ihnen der Aufwand für das Entfernen der klebrigen «Liebeserklärungen» in Rechnung gestellt wird.