Aerger WK Affoltern

Ärger in Mettmenstetten wegen Strassenbauten des Kantons

Der Mettmenstetter Tiefbauvorstand Kurt Schaltegger ärgert sich über die künstlich geschaffene, gefährliche Strassensituation in Dachlissen. (Bild Martin Platter)

Verkehr, oh weh - Ärger in Dachlissen

Der Mettmenstetter Tiefbauvorstand Kurt Schaltegger ärgert sich über die künstlich geschaffene, gefährliche Strassensituation in Dachlissen. (Bild Martin Platter)

Die ausserordentliche Delegiertenversammlung der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt ging in 25 Minuten schlank über die Bühne. Der Ärger des Mettmenstetter Tiefbauvorstands Kurt Schaltegger über die strassenbaulichen Massnahmen des Kantons auf seinem Gemeindegebiet ist geblieben.

Knapp 25 Minuten benötigten ZPK-Präsident Walter Ess und Regionalplanerin Bernadette Breitenmoser für die ausserordentliche Delegiertenversammlung am Donnerstagabend im Affoltemer Kasino. Im Wesentlichen ging es um Anpassungen einzelner Planungsbereiche innerhalb der regionalen Teilrichtpläne mit Fokus auf das Gebiet der Affoltemer Autobahnein- und Ausfahrt im Gebiet Schwanden - Chalchofen - Lindenmoos. Die Richtplananpassungen haben zum Ziel, die verschiedenen privaten und öffentlichen Verkehrsträger aufeinander abzustimmen und den Investoren im Industriegebiet Planungssicherheit zu geben.

Öffentlicher Verkehr muss rollen

Vor allem der öffentliche Verkehr darf nicht zum Erliegen kommen. Die Planungsgruppe befürchtet, dass die Postautos wegen des hohen Verkehrsaufkommens nach der Autobahneröffnung während der Stosszeiten in den Kolonnen stecken bleiben und die Passagiere ihre Anschlüsse verpassen. Man hat deshalb bereits im letzten Jahr Szenarien entworfen, wie der Verkehr entflechtet werden kann: mit der Erweiterung der Obfelderstrasse um zusätzliche Busspuren in einer ersten Phase. Zudem soll eine Autobahnüberführung (Spange) ab dem «Jumbo»-Kreisel im Gebiet Chalchofen dereinst Verkehrsentlastung bringen. Über die Spange soll neuerdings auch eine Postautolinie führen.

Die ZPK hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Affoltern eine Zone für besonders verkehrsintensive Einrichtungen eingetragen. Sie erstreckt sich im Gewerbe- und Industriegebiet östlich der Autobahn bis zu einer Tiefe von rund 250 Metern und definiert sich übers Verkehrsaufkommen. Als kritische Obergrenze werden 4000 Fahrten pro Tag deklariert. In diesem Gebiet sollen alle 150 bis 400 Meter Bushaltestellen eingerichtet werden. Wird das Limit von 4000 Fahrten an mehr als 25 Tagen pro Jahr überschritten, ist es in der Kompetenz der Gemeinde, weitere Massnahmen zu ergreifen. In der Abstimmung wurde die Teilrevision des regionalen Richtplans ohne Wortmeldung von der Versammlung abgenommen.

Der Ärger von Mettmenstetten

Dennoch enervierte sich Kurt Schaltegger über das Vorgehen von ZPK und Kanton. In der Vernehmlassung zur Teilrevision versuchte der Mettmenstetter Gemeinderat, die Abklassierung der Verbindungsstrasse Mettmenstetten-Dachlissen-Obfelden nach der Eröffnung der A4 zu verhindern. Denn diese Strecke sei Bestandteil der vom Regierungsrat im November 2001 festgelegten Route für Schwer- und Ausnahmetransporte. Die ZPK ging jedoch nicht auf das Begehren ein, denn es stehe nicht in direktem Zusammenhang mit der zweiten Autobahnquerung, beziehungsweise der diesbezüglichen Anpassung des Richtplans. Die Überprüfung des Staatsstrassennetzes erfolge im Rahmen der anstehenden Gesamtrevision des regionalen Richtplans, begründete die ZPK.

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