Die Bildungsdirektorin und Präsidentin des Universitätsrats, Regine Aeppli (SP), Unirats-Vizepräsident Urs Oberholzer (SVP) und Rektor Michael Hengartner: Zwei Stunden nach der Präsentation des Berichtes der kantonsrätlichen Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit (ABG) trat dieses Trio gestern vor die Medien, um Stellung zu nehmen zur Kritik der ABG.

Sowohl Aeppli als auch Oberholzer, früher Präsident des ZKB-Bankrates, bezeichneten den ABG-Bericht als «unzureichend», weil er die besondere Situation im Herbst 2012, im Vorfeld der Entlassung von Christoph Mörgeli, nicht hinreichend berücksichtige. Durch Medienberichte sei die Situation damals sehr aufgeheizt gewesen. Unter anderem deshalb, weil Mörgeli seinen Chef Flurin Condrau öffentlich angriff, nachdem dieser seine Arbeit am Medizinhistorischen Institut in einem Bericht als ungenügend bezeichnet hatte. «Die Unileitung agierte also nicht im luftleeren Raum, sondern in einer angespannten Situation», betonte Aeppli, um die Führungsschwäche der Unileitung zu relativieren, die der ABG-Bericht moniert.

Dass Mörgelis Arbeit mangelhaft gewesen sei, hätten mittlerweile renommierte Fachspezialisten bestätigt, unter ihnen Felix Althaus, der mit der Neuorganisation des Medizinhistorischen Instituts betraut wurde. Um die Qualität von Lehre und Forschung am Institut halten zu können, habe man eingreifen müssen, sagte Aeppli. Am Bericht kritisierte sie auch, dieser würdige «das ehrliche Bemühen vieler Beteiligten» zu wenig. «Mir wäre es lieber gewesen, Mörgeli hätte seine Arbeit gut gemacht», beteuerte sie und fügte hinzu: «Ich suchte die Auseinandersetzung mit ihm nicht.»

Die Bildungsdirektorin bestritt vehement den im Raum stehenden Vorwurf der ABG, sie persönlich habe im September 2012 dem damaligen Rektor Andreas Fischer in einem Gespräch den Auftrag erteilt, Mörgeli zu kündigen. An jenem Morgen, an dem sie den Rektor zu sich ins Büro zitierte, habe man eine Auslegeordnung vorgenommen. «Ich habe ihn zu entschiedenem Handeln aufgefordert, gab ihm aber keine Anweisung, Mörgeli zu kündigen», betonte Aeppli. Sie weise den im Bericht enthaltenen Vorwurf der Kompetenzüberschreitung in aller Form zurück. Ihr sei von Anfang an bewusst gewesen, dass es nicht in ihrer Kompetenz liegt, dem Rektor eine Kündigung zu befehlen. Auch der Rektor selbst - oder zumindest sein Rechtsdienst - hätte wissen müssen, dass die Bildungsdirektorin keine Kündigung verlangen könne. Oberholzer bestätigte, dass es am Ende Rektor Fischer war, der Mörgeli kündigte. Fischer habe den Unirat dahingehend so informiert, wonach er (Fischer) von sich aus entschieden habe, Mörgeli zu kündigen.

Kritik aufgenommen

Rektor Hengartner ging auf diesen Streitpunkt nicht ein. Er dankte der ABG für die Empfehlungen zur Reorganisation der Unileitung. Einen grossen Teil der Kritik davon habe man bereits aufgenommen. Letzte Woche hat die Unileitung einen Vorschlag in die interne Vernehmlassung gegeben, wonach der Dekan der medizinischen Fakultät aufgewertet werden soll zum Direktor. Hengartner erinnerte auch daran, dass die Neupositionierung des Medizinhistorischen Instituts und des Medizinhistorischen Museums bereits im Gange ist.