Verkehrsplanung

ACS-Präsident: «Tempodrosselungs-System wird missbraucht»

Die Pläne des Bundes, grossflächig auf Schweizer Autobahnen sogenannte Tempodrosselungs-Systeme einzuführen, werfen hohe Wellen. Während der VCS die Lösung halbwegs akzeptieren kann, spricht der ACS von einem Missbrauch.

Der VCS begrüsst sogenannte Tempodrosselungs-Systeme - wenn auch zögerlich: «Immerhin ist es besser, als die Strassen auszubauen», sagt Micha Siegrist, Geschäftsführer des VCS Aargau. Prinzipiell sei ja die Stauproblematik in der Schweiz «ein Gejammere auf hohem Niveau».

Siegrist begrüsst die Massnahme insofern, dass ein Problem nicht einfach verschoben, sondern an Ort und Stelle behoben würde. Denn wennein Flaschenhals ausgebaut würde, verschiebe sich die Stauzone lediglich an den nächsten Flaschenhals. Ziel müsse aber weiterhin sein, das Verkehrsvolumen - die gefahrenen Kilometer - zu senken.

«Leute fahre sowieso schon zu langsam»

Ganz anders sieht dies Bernhard Taeschler, Clubpräsident des Automobil Clubs der Schweiz (ACS): «Das System wird missbraucht, denn die Geschwindigkeit ist beim Baregg viel zu oft auf 80 km/h beschränkt». Zwar ist auch für ihn der Nutzen des Systems unbestritten, doch würden die Autobahnen «missbraucht, denn sie sind gebaut, um 120 km/h zu fahren.» Hinzu komme, dass die Menschen sowieso schon tendenziell zu langsam führen, da der Tacho so geeicht sei, dass er zu viel anzeige.

Lediglich in einem Punkt sind die Siegrist und Taeschler einig: «Das System löst nicht alle Probleme.»

Meistgesehen

Artboard 1