Nordirland

Acht Fussballfans wegen Tötung von Katholiken angeklagt

Die Glasgow Rangers haben auch friedliche Fans – hier am UEFA-Cup-Finale 2008.

Fans der Glasgow Rangers

Die Glasgow Rangers haben auch friedliche Fans – hier am UEFA-Cup-Finale 2008.

Nach der Tötung eines Katholiken in Nordirland sind acht protestantische Fussballfans angeklagt worden. Den Männern im Alter von 18 bis 50 Jahren wird vorgeworfen, den Familienvater am Sonntag totgeprügelt zu haben, teilte die Polizei mit.

Der 49-jährige Mann wollte aus Sorge vor gewalttätigen Fans gerade nach seinen Kindern schauen, als er von etwa 40 aufgebrachten protestantischen Fussballfans in Coleraine nordwestlich von Belfast angegriffen wurde.

Die acht Angeklagten müssen sich ausserdem wegen versuchten Mordes an einem 46-jährigen Nachbarn des Opfers verantworten. Drei Verdächtige wurden hingegen freigelassen.

Die protestantischen Fans hatten im Fernsehen verfolgt, wie sich ihre Mannschaft Glasgow Rangers die schottische Fussball-Meisterschaft sicherte und damit den Erzrivalen Celtic Glasgow hinter sich liess.

Anschliessend waren sie in einen überwiegend von Katholiken bewohnten Stadtteil gezogen. Die Polizei geht von einer gegen Katholiken gerichteten Gewalttat aus, wobei es sich bei dem 49-Jährigen allerdings um ein Zufallsopfer handeln soll.

Die Rivalität der beiden schottischen Mannschaften geht über den Sport hinaus. Celtic ist traditionell irisch orientiert und die Fans sind vor allem katholisch.

Die Rangers haben einen protestantischen Hintergrund und fühlen sich dem Vereinigten Königreich zugehörig. Daher haben beide Clubs auch in Nordirland, wo sich Katholiken und Protestanten bis zum Friedensabkommen bekämpft hatten, Anhänger aus beiden Lagern.

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