Abwasser sollen nach Möhlin geleitet werden

Der Abwasserverband ARA Fischingen und der Gemeinderat Schupfart planen den Anschluss an den Abwasserverband Region Möhlin, weil in den nächsten Jahren für die Kläranlage in Wallbach Investitionen in Millionenhöhe anstehen. Nun wurden die Behörden des Fischinger- und Möhlintals über das Projekt informiert.

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Aargauer Zeitung

Die vier Fischingertal-Gemeinden Schupfart, Wallbach, Mumpf und Obermumpf stehen vor diversen Investitionen für ihre Abwasserentsorgung. Die Einzelkläranlage Schupfart, seit 1977 in Betrieb, kann die vorgeschriebene Reinigungsleistung nicht mehr erfüllen. Die Gemeinde muss zudem unabhängig von der ARA-Sanierung ein Regenwasserrückhaltebecken von 200 Kubikmetern bauen. Die Gemeinde Obermumpf muss gemäss dem Generellen Entwässerungsplan GEP bereits für die jetzige Abflussmenge einen Fangkanal erstellen und bei einigen Kanalsträngen die Nennweite vergrössern. In Mumpf steht die Sanierung des Sammelkanals aus dem Jahre 1971 an. Die Kläranlage Fischingen aus dem Jahr 1982 mit dem Pumpwerk «Chalch» muss ebenfalls saniert werden.

Die Gesamtinvestitionen im Fischingertal würden sich zwischen 5 bis 6. Mio. Franken bewegen.
Doch warum die eigene Anlage für viel Geld sanieren, wenn nur wenige Kilometer entfernt in Möhlin eine bereits modernisierte ARA in Betrieb steht? Um diese Frage abzuklären, gab der Vorstand des Abwasserverbands ARA Fischingen verschiedene Projektstudien in Auftrag. Diese haben gezeigt, dass die Betriebskosten einer gemeinsamen Anlage in Möhlin gegenüber einer Einzelanlage in Wallbach deutlich tiefer sind. Deshalb hat sich der Vorstand der ARA Fischingen mit den Gemeinden Wallbach, Mumpf und Obermumpf und der Gemeinderat Schupfart im vergangenen Jahr für einen Anschluss an die Möhliner ARA entschieden.

Neue Leitung

Über eine Transportleitung soll das Abwasser der vier Gemeinden des Fischingertals nach Möhlin geführt werden. Die neuen Abwassertransportleitungen führen durch den Wald von der ARA Fischingen in das bestehende Kanalnetz der Gemeinde Möhlin. Der Anschlusspunkt liegt in der Bäumlimattstrasse im Industriegebiet von Möhlin. Dieses neue Leitungsstück ist rund fünf Kilometer lang. Die Schächte sind über Waldwege zugänglich.

Mit dem Bau eines neuen Pumpwerks Fischingen am Standort der heutigen Kläranlage in Wallbach wird eine effiziente Pumpensteuerung gewährleistet. Die zwei bestehenden Klärbecken sollen als Regenbecken und als Havariebecken im Notfall genutzt werden.

Die Investitionen für den Anschluss an die ARA Region Möhlin werden nach einem Kostenteiler anhand der Einwohnerzahlen aufgeschlüsselt. Die Bruttoanteile der vier Gemeinden des Fischingertals belaufen sich somit auf 1,887 Mio. Franken für Wallbach, 1,409 Mio. Franken für Mumpf, 1,082 Mio. Franken für Obermumpf und 822 000 Franken für Schupfart. Die ARA Region Möhlin wird sich mit 400 000 Franken am Pumpwerk Fischingen beteiligen.

Im Winter an die Gmeind

Die Kosten für den Zusammenschluss mit der ARA Region Möhlin belaufen sich demnach für die vier Gemeinden des Fischingertals auf 4,8 Mio. Franken. «Obwohl die Investitionen bei einem Anschluss an die ARA Region Möhlin höher sind als bei einer Sanierung der Kläranlage in Wallbach, liegen die jährlich wiederkehrenden Betriebs- und Kapitalkosten deutlich unter derjenigen der ARA Fischingen. Die spezifischen Betriebskosten werden mit dem Zusammenschluss in etwa halbiert», erklärte Peter Hunziker, Projektmanager und Geschäftsführer der Hunziger Betatech AG in Wnterthur.

Der Vorstand der ARA Fischingen wird den Gemeinderäten des Fischingertals wie auch des Möhlintals beantragen, den Zusammenschluss den Gemeindeversammlungen im Winter 2009 zu unterbreiten. Bis zum 28. April haben die Gemeinderäte beider Täler Zeit, über diesen Antrag zu beraten.