Fristenlösung
Abtreibungsgegner bieten Zusatzversicherung für Abtreibung als Lösung an

Initianten der Volksinitiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» schockieren Nationalräte der Gesundheitskommission mit fragwürdigen Sprüchen und einem Vorschlag für eine Privatversicherung für Abtreibungswillige.

Werner De Schepper
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Mit 18 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung empfiehlt die nationalrätliche Kommission für Gesundheit die Volksinitiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» zur Ablehnung. Das ist bekannt.

Nicht bekannt ist, warum die Initiative in der Kommission so klar von links bis rechts eine Abfuhr erlitt. Nicht einmal alle SVP-ler mochten der Initiative ihres Nationalrates Peter Föhn gutheissen.

«Es fielen im Umfeld der Initianten Sätze wie im Mittelalter», sagt SP-Nationalrat Jean-François Steiert. «Das hat sicher viele abgeschreckt.»

Wie mehrere Anwesende gegenüber der «Nordwestschweiz» bestätigen, sind es Sätze der beiden eingeladenen Mitglieder des Initiativkomitees, die die Parlamentarier schockierten.

So sagte Valérie Kasteler-Budde, Genfer EVP-Kopräsidentin und zusammen mit Peter Föhn auch Ko-Präsidentin der Anti-Abtreibungsinitiative, sie hätte kein Problem, wenn es bei Annahme ihrer Initiative eine «private Zusatzversicherung für Abtreibungen» gebe. Das hätten sie bereits recherchiert und koste nur rund 3 Franken im Monat.

Planung ist kein Problem

Dass keine Frau von vornherein eine Abtreibung plane, ist für die Initianten kein Problem. Peter Föhn verteidigt auf Anfrage die von Kasteler in der Kommission vorgeschlagene Privatversicherung für Abtreibungen so: «Wer schlechte Zähne hat, plant das ja auch nicht und macht trotzdem eine Zahnversicherung.»

Für ihn gehörten auch Geschlechtsumwandlungen und unnötige Kaiserschnitte nicht in die Grundversicherung. Auch die Tatsache, dass Männer ja dann kaum eine Abtreibungsversicherung abschliessen würden, stört die Initianten nicht.

Kasteler zur Kommission: «Frauen sind zuständig fürs Aufpassen.» Und ihr Kollege vom Initiativkomitee, der Baselbieter Dominik Müggler, ergänzte: «Jedes abgetriebene Kind ist ein Prämienzahler weniger.»