Die Abtreibungen sollen weiterhin von den Krankenkassen bezahlt werden. Dies geht aus der ersten Hochrechnung des Forschungsinstituts gfs.bern hervor. Nur gerade 30 Prozent des Schweizer Stimmvolkes sprechen sich demnach für die Initiative aus.

Bis jetzt hat denn auch noch kein Kanton die Vorlage angehommen. Die Initianten reagierten in einer ersten Reaktion sehr enttäuscht über das überdeutliche Verdikt.

Das klare Nein zur Initiative "Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache" zeigt laut Initianten, dass das Volk hinter dem Prinzip der Solidarität bei der Krankenkasse steht.

"Wenn wir es nicht einmal schaffen, dass das Volk Abtreibungen aus dem Katalog der Grundversicherung streicht, dann geht das auch bei anderen Themen nicht", sagte Co-Präsidentin Elvira Bader.

Bei Abtreibungen gehe es darum, ein Leben zu nehmen. Hingegen gehe es zum Beispiel bei Krankheiten, die durch Übergewicht oder Rauchen verursacht werden, stets darum, Leben zu retten.

Deshalb hätten Versuche, durch Risikoverhalten verursachte Krankheiten aus dem Katalog der Grundversicherung zu streichen, für lange Zeit keine Chance mehr. "Wir wollten ein erstes Mosaiksteinchen setzen in dieser Frage", sagte die alt CVP-Nationalrätin.

Aus Sicht der Stimmberechtigten seien auch die möglichen Einsparungen einer Streichung der Abtreibungen aus der Grundversicherung offenbar zu klein gewesen. Das Komitee hatte mit jährlichen Einsparungen von zwischen acht und 20 Millionen Franken gerechnet.

Das Initiativkomitee nehme das Abstimmungsresultat zur Kenntnis, sagte Bader. Aus ihrer Sicht ist mit dem deutlichen Votum auch ein Abtreibungsverbot in der Schweiz vom Tisch: "Damit harrt das Dilemma der Gewissensfrage um die Finanzierung von Abtreibungen einer Lösung."