Bremgarten
Abt Martin Werlen über Asylsperrzonen: «Das geht in Richtung Apartheid»

Seit einer Woche tobt eine Debatte um die Sperrzonen, die für Asylbewerber in Bremgarten für öffentliche Schul- und Sportanlagen gelten. Martin Werlen, Abt des Klosters Einsiedeln, kritisiert die Sperrzonen scharf.

Drucken
Teilen
Martin Werlen

Martin Werlen

Keystone

«Es gibt keinen Anlass dafür. Wenn jemand nur wegen seiner Herkunft und ohne, dass er irgendetwas verbrochen hätte, ausgeschlossen wird, geht das in Richtung Apartheid», sagt er gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Man stelle sich vor, den Schweizern würde in den Ferien im Ausland gesagt, sie dürften dieses oder jenes Restaurant nicht besuchen: «Da sind wir schnell in einer Situation, wie wir sie früher in Südafrika hatten.»

Die Debatte über Asylsuchende verlaufe nach einem schädlichen Muster, sagt Werlen: «Da werden Menschen, die in einer Notlage sind, unter einen Generalverdacht gestellt. Die Botschaft an die Asylbewerber ist: Haltet euch fern vor Orten, wo vor allem Schweizerinnen und Schweizer sind.»

Es brauche eine neue Haltung gegenüber Asylsuchenden: «Integration geschieht nicht, wenn wir einander aus dem Weg gehen, im Gegenteil: Wir sollten uns dafür einsetzen, dass es viel mehr konkrete Begegnungen zwischen Schweizern und Asylsuchenden gibt. Nur so bauen wir Ängste ab.»

Aktuelle Nachrichten