Plakat-Streit
«Absolute Frechheit!» – KV-Werbung macht Handwerker wütend

Ein Werbeplakat der Wirtschaftsschule «HSO» sorgt für Empörung. Besonders dem Verband für Gebäudetechnik «suissetec» stösst es sauer auf: Auf Facebook beschreiben sie die Werbung als «absolute Frechheit».

Helene Obrist
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Dieses Plakat prangt am Bahnhof in Aarau.

Dieses Plakat prangt am Bahnhof in Aarau.

Facebook/Wir, die Gebäudetechniker.

Auf dem Transparent zu sehen ist ein genervt dreinblickender junger Sanitär. Neben seinem Foto prangt die Frage: «Reif für einen Jobwechsel?» Mit dem Aushang will die HSO junge Menschen für die kaufmännische Berufswelt begeistern.

«Die Werbung geht ganz klar auf unsere Kosten und ist kontraproduktiv», erzürnt sich Martina Bieler, Verantwortliche Online-Kommunikation von «suissetec» und sagt weiter: «Sie schwächt unsere jahrelangen Bemühungen, Nachwuchs für unsere Berufe zu finden und so dem Fachkräftemangel im Baubereich entgegenzuwirken.»

Im Facebookpost der Gebäudetechniker heisst es, dass die Jobs von kaufmännischen Angestellten zunehmend der Digitalisierung zum Opfer fallen. Ganz anders sehe es aus bei Chefmonteuren und Berufen im Installationsbereich.

«Das ist schade»

Mit dem Vorwurf der Gebäudetechniker konfrontiert, antwortet die HSO in einer Stellungnahme: «Es ist selbstverständlich schade, wenn der Verband der Gebäudetechniker sich davon provoziert fühlt – das war nicht die Absicht.» Zudem wolle man mit dem beworbenen Angebot die Interessenten nicht vom Beruf weglocken, sondern sie unterstützen, damit sie in ihrem beruflichen Umfeld weiterkommen.

Die HSO ist nicht der Meinung, dass der KV-Beruf aussterben wird. «Wir haben Zehntausende KMU in der Schweiz die über Mitarbeiter mit kaufmännischer Erfahrung verfügen – diese Personen werden in den vielen KMU nicht wegrationalisiert – das ist eine Illusion für die Schweiz.»

Plakate bleiben

Ein Rückzug der Plakate sei nicht geplant. «Wir haben für die Kampagne die Slots gebucht und die Plakate werden und wurden so ausgehangen. Nach dieser Kampagne, die bald auslaufen wird, werden wir eine neue starten», heisst es in der Stellungnahme.