Der Abt des Klosters Einsiedeln, Martin Werlen, hat alle Mitbrüder aufgefordert, allenfalls begangene Übergriffe zu melden. Zugleich soll Gerüchten nachgegangen werden, wo Mitbrüder mögliche Übergriffe begangen oder ein ungebührliches Verhalten an den Tag gelegt haben sollen. Dies gilt nicht nur für heute in der Gemeinschaft lebende Mitbrüder, sondern auch bereits verstorbene oder ausgetretene, teilte das Informationsbüro des Klosters mit: « Die Gemeinschaft will damit Verantwortung übernehmen und für Geschehenes geradestehen.»

Abt Martin wird für das Kloster Einsiedeln deshalb in diesen Tagen eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen, die Vorfälle der vergangenen Jahrzehnte aufarbeitet und dabei untersucht, welche Verstösse vorliegen, wer involviert war, ob und von wem Anzeigen gemacht wurden und wie die Verfahren verliefen.

Diese Aufarbeitung betrachtet die Klostergemeinschaft als dringlichste Aufgabe und Herausforderung. Damit sollen verschiedene Ziele erreicht werden: So weit als möglich Wiedergutmachung; vollständige interne Transparenz; völlige Transparenz bei allen, die in diesem Zusammenhang informiert sein müssen; grössere Glaubwürdigkeit der Klostergemeinschaft; Grundlage für die Präventionsarbeit. Die Klostergemeinschaft wird bestimmen, wie darüber die mediale Öffentlichkeit informiert wird - selbstverständlich unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Opfer und der Persönlichkeitsrechte der Täter.