Mängel

Abgedeckte Warnlampen und defekte Hinterachsen: Postauto-Doppelstöcker sind in prekärem Zustand

Werden doch noch ersetzt: Doppelstock-Postautos im Obertoggenburg.

Werden doch noch ersetzt: Doppelstock-Postautos im Obertoggenburg.

Die alten Doppelstock-Postautos haben gravierende Mängel. Angesichts wiederholter technischer Probleme stellt sich die Frage, warum das Unternehmen die alten Doppelstöcker nicht längst ausgemustert hat.

Eigentlich sollten sie längst nicht mehr fahren. Die drei alten Doppelstock-Postautos, die im Obertoggenburg zwischen Wattwil und Buchs verkehren. Und trotzdem sind sie noch immer im Einsatz. Für Fahrgäste ist das eine beunruhigende Nachricht. Denn in den letzten Monaten kam es wiederholt zu massiven technischen Problemen, zeigen Recherchen der «Schweiz am Wochenende».

Die 14 Jahre alten Doppelstöcker befinden sich gemäss mehreren Quellen in einem prekären Zustand: Warnlampen auf dem Armaturenbrett wurden mit Klebband abgedeckt, die Hinterachsen der Doppelstöcker verursachen auffällige Geräusche, und an den Haltestellen verlieren die Busse Motorenöl.

Warnlampen spielten verrückt

Zum technischen Zustand der drei Doppelstockbusse sagt Urs Bloch, Mediensprecher von Postauto Schweiz: «Aufgrund des fortgeschrittenen Alters dieser Fahrzeuge mussten einige Reparaturen im normalen Umfang durchgeführt werden.» Bloch äussert sich auch zu den konkreten Mängeln.

In einem Fahrzeug habe die Warnlampe gebrannt, ohne dass ein technisches Problem vorgelegen habe. «Damit das Fahrpersonal während der Fahrt nicht irritiert war, wurde diese Warnlampe bei einem Fahrzeug vorübergehend abgedeckt.» Diese Massnahme habe «keinen sicherheitsrelevanten Einfluss» gehabt, sagt der Postauto-Sprecher. Das Fahrzeug sei nachher zur Reparatur der Lampe ausser Betrieb genommen worden.

Mediensprecher Urs Bloch bestätigt zudem Probleme mit den Hinterachsen bei einem Postauto. Das Fahrpersonal habe die Hinterachsgeräusche erkannt und dem Verantwortlichen gemeldet. «Daraufhin wurde das Fahrzeug zur Überprüfung in die Reparaturwerkstatt gebracht und seither nicht mehr eingesetzt.» Und er ergänzt: Komme es zu Ölverlust, was auch bei anderen Fahrzeugen passieren könne, werde ein Fahrzeug ausser Betrieb genommen und repariert. Für Passagiere besteht gemäss Postauto Schweiz kein Grund zur Sorge. «Die Sicherheit der Fahrgäste ist bei Postauto ein wichtiges Anliegen», sagt Bloch. Sie sei auch in den Doppelstock-Postautos zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

Angesichts wiederholter technischer Probleme stellt sich allerdings die Frage, warum das Unternehmen die alten Doppelstöcker nicht längst ausgemustert hat. Im Mai 2017 kündigte Postauto Schweiz die Erneuerung der bestehenden Flotte in der Ostschweiz an. Die bisherigen 19 Doppelstöcker würden bis Ende 2018 durch neue Fahrzeuge ersetzt. Nebst der Ostschweiz sind nur noch in Graubünden und in der Zentralschweiz Doppelstöcker im Linien- und Freizeitverkehr unterwegs. Im Obertoggenburg sind bis heute allerdings keine neuen Doppelstöcker angekommen. Zum ursprünglich verbreiteten Zeitplan, sagt Mediensprecher Bloch nur: «Diese Info war falsch und wurde zwischenzeitlich in den Medien auch bereits korrigiert.»

Bis Ende Jahr sollen neue Postautos im Einsatz sein

Die technischen Probleme kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. In den vergangenen Monaten war die Postauto-Region Ostschweiz durch Grossanlässe oder zusätzliche Aufträge besonders gefordert und war deshalb auf alle Fahrzeuge angewiesen.

Auf die Frage, wie viele Doppelstöcker wegen technischer Mängel bereits aus dem Verkehr gezogen wurden, gibt Urs Bloch keine konkrete Antwort. «Die neuen Fahrzeuge sind bereits auf dem Weg in die Schweiz.» Das erste der neuen Doppelstock-Postautos für das Toggenburg sei gestern in der Ostschweiz angekommen und durchlaufe nun die normale Inbetriebnahme, was einige Wochen in Anspruch nimmt. Ziel sei es, bis Ende 2019 die drei verbleibenden Doppelstock-Postautos zu ersetzen.

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