Stalking-Vorwürfe

Ab nächstem Dienstag braucht Yannick Buttet ein Arztzeugnis

Yannick Buttet braucht ein Arztzeugnis, will er weiterhin die Taggelder als Nationalrat erhalten. (Archiv)

Yannick Buttet braucht ein Arztzeugnis, will er weiterhin die Taggelder als Nationalrat erhalten. (Archiv)

Wenn er das Taggeld als Nationalrat weiterhin will, muss der unter Stalking-Verdacht stehende Walliser Yannick Buttet bald ein Arztzeugnis vorlegen.

Am Montag hätte sich der unter Stalking-Verdacht stehende CVP-Nationalrat Yannick Buttet vor dem Präsidium seiner Partei in Bern erklären sollen. Der Walliser erschien aber nicht. Er meldete sich krank. «Ich werde mich in eine ärztliche Kur begeben, um meinen Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen», liess Buttet durch seinen Anwalt mitteilen. Der Walliser hat seine Eskapaden damit begründet, dass er sich unter Alkoholeinfluss nicht immer unter Kontrolle habe.

Yannick Buttet ist im Zug der Stalking-Affäre zwar als CVP-Vizepräsident zurückgetreten, will aber bis auf weiteres Nationalrat bleiben.

Seit Montag ist der ehemalige Jungstar der CVP nicht mehr in Bern erschienen. Sein Geld als Nationalrat erhält Buttet aber trotzdem weiterhin: Wer entschuldigt fehlt – und das ist bei Buttet der Fall – erhält auch das Taggeld von 440 Franken weiterhin.

Ab wann es ein Arztzeugnis braucht

Allerdings nicht lange bedingungslos. Denn für Parlamentsmitglieder gilt: «Wer länger als 5 Tage krank ist, muss ein Arztzeugnis vorlegen», sagt Mark Stucki, Informationschef der Parlamentsdienste.

Im Fall des Walliser Nationalrats heisst das: Ab nächstem Dienstag muss er beim Parlament in Bern ein Arztzeugnis einreichen, sonst erhält er die Taggelder für die verbleibenden Sessionstage und die kommenden Kommissionssitzungen nicht mehr.

Laut Stucki ist nicht vorgesehen, dass das Parlament einen Vertrauensarzt beizieht, sofern Zweifel an der Richtigkeit des Arztzeugnisses bestehen.

Auch ohne Arztzeugnis ausbezahlt wird die pauschale Jahresentschädigung von 26 000 Franken, welche Parlamentsmitglieder erhalten.

Die Finanzen im Hinterkopf?

Der Politologe Buttet gilt als Berufspolitiker. Er dürfte also auf das Parlamentsgeld aus finanziellen Gründen nicht verzichten wollen oder können. Laut dem Register der Interessenbindungen sitzt Buttet noch in einem Dutzend Walliser KMU-Verwaltungsräten und diversen Stiftungen und Verbänden. Zudem ist er Präsident seiner Wohngemeinde. Buttet ist verheiratet und hat zwei schulpflichtige Kinder.

Im November rief eine Ex-Geliebte von Buttet die Polizei, nachdem der 40-Jährige mitten in der Nacht angeblich an ihrer Haustür Sturm geläutet hatte. Die Polizei griff den Unterwalliser darauf im Garten der Frau auf. Nun hat Buttet eine Klage wegen Stalking am Hals. Danach wurde bekannt, dass Buttet unter Alkoholeinfluss angeblich auch Parlamentarierinnen in Bern belästigt hatte. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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