Rechtschreibreform

Ab 1. August gilt es ernst mit der neuen Rechtschreibung

Lehrer erwarten keine Probleme

Lehrer erwarten keine Probleme

Die Neuerungen in der deutschen Rechtschreibung sind ab 1. August an Schweizer Schulen «notenwirksam». Erziehungsdirektoren und Lehrer erwarten keine Probleme und keinen Widerstand. Einen kürzlich geforderten «Marschhalt» lehnen sie ab.

Nach einer dreijährigen Übergangsfrist treten nun die 2006 teilrevidierten Orthographie- und Interpunktionsregeln an den Schulen in Kraft. Verstösse werden künftig Einfluss auf die Noten haben.

Beat W. Zemp, Präsident des Lehrerinnen- und Lehrerverbandes LCH, erwartet aber weder Schreckensszenarien an den Schulen noch einen breiten Widerstand gegen die Reform. Für die Schüler sind die neuen Regeln kein Neuland; sie werden seit Jahren in neuer Rechtschreibung geschult, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA erklärte.

Nur bei Getrennt-, Gross- und Kleinschreibung sowie bei Kommaregeln gab es in der Überganzszeit noch Unsicherheiten. Hier machte die "Reform der Rechtschreibreform" von 2006 umstrittene Regeln der urspünglichen Reform (von 1996) rückgängig.

Die Schweiz habe sich bei der Reform von 2006 unter anderem eine Übergangszeit von drei Jahren ausbedungen, um die notwendigen Referenzdokumente - wie den neuen Schüler-Duden - erarbeiten zu können. So habe man Zeit gehabt, sich an die neuen Regeln zu gewöhnen.

In Deutschland und in Österreich wurden die neuen Regeln schon 2007 respektive 2008 definitiv in den Schulen eingeführt. Der Lehrerverband wie auch die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) befragten ihre ausländischen Partnerorganisationen nach ihren Erfahrungen. In beiden Ländern habe es keine ernsthaften Probleme oder Einsprachen gegen die neuen Regeln gegeben, erklärten Zemp sowie der zuständige EDK-Fachreferent Alexander Gerlings.

Im Juni hatte die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK), die sich aus Sprachwissenschaftlern und Vertretern von Medien und Verlagen zusammensetzt und die Reform kritisch begleitet, für ein Moratorium der definitiven Inkraftsetzung stark gemacht.

Das Regelwerk von 2006 und die vorhandenen Lehrmittel seien widersprüchlich und fehlerhaft. Auch die Nationalratskommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) will sich des Themas annehmen.

Die SOK hatte Richtlinien für eine "Hausorthographie" für Presse und Literatur erarbeitet. Sie befürchte nun, dass Schülerinnen und Schülern Fehler für Schreibweisen angestrichen werden, die sie in in Büchern und Zeitungen vorfänden, erklärte SOK-Vorstandsmitglied Peter Müller.

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