Gemeinde Aarwangen

Aarwangen mit Langenthal vernetzt

Vertragsabschluss: Aarwangens Gemeindepräsident Hans Leuenberger und Langenthals Stadtpräsident Thomas Rufener besieglen den Outsourcing-Vertrag.

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Vertragsabschluss: Aarwangens Gemeindepräsident Hans Leuenberger und Langenthals Stadtpräsident Thomas Rufener besieglen den Outsourcing-Vertrag.

Die Aarwanger Verwaltung tut es ein Jahr später Herzogenbuchsee gleich und nimmt die Informatikdienste von Langenthal in Anspruch. Allfällige weitere Interessenten müssen sich aber vorläufig gedulden.

Thaïs In der Smitten

In den kommenden drei Monaten entstehen ganz neue Verbindungen zwischen Aarwangen und Langenthal, via Glasfaserleitung: Die Gemeindeverwaltung Aarwangen lagert die Informatik an die Stadt Langenthal aus. De facto werden in Aarwangen ab dem 9. November nur noch Computer-Hülsen, sogenannte Terminals, stehen. In Langenthal wird die Software unterhalten, werden die Daten gespeichert, allfällig Updates gemacht und dort wird der Support geboten.

Informatik immer komplexer

Aarwangen folgt damit dem Beispiel von Herzogenbuchsee, dort wurde vor einem Jahr die IT ausgelagert. Der Gemeindepräsident Hans Leuenberger (SVP) erklärt die Gründe, die zum Entscheid geführt haben: «Die Entwicklung in der Gemeindeinformatik wird immer schneller und komplexer, die Ansprüche von Kanton und Bund an unsere Software steigen laufend. Da kommen wir als Gemeinde an unsere Grenzen.» Bisher lief die Informatik über Klein-Server an drei Standorten. Künftig wird auf den Computern die selbe Software laufen, wie in Langenthal. Das war auch die Bedingung für das Outsourcing: «Wir sind keine EDV-Firma, wir bieten keine Speziallösungen für jede Gemeinde an, sondern nur jene Software, die wir auch benutzen», erklärt Daniel Steiner, der Langenthaler Stadtschreiber. So und nur so liessen sich Kosten sparen, und zwar auf beiden Seiten. «Hätten wir in eine eigene, unabhängige Informatiklösung investiert, wäre das auf Dauer teuer gekommen», sagt Leuenberger.

970 000 Franken für Outsourcing

Nun investiert Aarwangen einen einmaligen Betrag von 970 000 Franken für die Umrüstung. Danach wird die Betreuung jährlich abgegolten. Über die Kosten der Dienstleistung schweigt sich Leuenberger jedoch vornehm aus. Bei der Verwaltung, inklusive Werkhof und Kieswerk wird von 48 EDV-Arbeitsplätzen auf 56 aufgestockt, bei den Schulen und Kindergärten von 30 auf 100 Computer. Damit wird auch gleich die kantonale Auflage erfüllt, allen Schülern künftig eine Informatik-Ausbildung zu ermöglichen. Zudem werde die veraltete und störungsanfällige Telefonie ersetzt. Der Vertrag, den Leuenberger und der Langenthaler Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) gestern unterzeichneten, läuft vorerst über fünf Jahre.

Obschon die Daten der Aarwanger Gemeindeverwaltung nun zentral über Server in Langenthal laufen, sei der Datenschutz absolut gewährleistet, versichert Steiner: «Wir Langenthaler können nicht auf die Aarwanger Daten zugreifen. Die verschiedenen Systeme laufen völlig getrennt.»

Die Erfahrungen mit Herzogenbuchsee seien bisher sehr gut, so Rufener. «Das System läuft stabil und bisher gab es keine Reklamationen.»

Für die Betreuung der Gemeinde Aarwangen hat Langenthal die Informatikabteilung um eine Stelle auf vier Mitarbeiter aufgestockt. Bis auf weiteres sei die Abteilung nun ausgelastet, sagt Stadtpräsident Rufener. «Wir hatten erwartet, dass sich viele kleine Gemeinden an unser System anschliessen würden. Nun haben sich aber zwei grosse Gemeinden dafür entschieden.» Sollte die Informatikbetreuung anderer Gemeinden eine gewisse Dimension annehmen, müsse man sich überlegen, eine eigene Firma zu gründen. Dies sei im Rheintal bereits geschehen. In Langenthal habe sich der Gemeinderat allerdings gegen eine Firmengründung entschieden. Sollten jedoch weitere Gemeinden Interesse anmelden, müsse sich Langenthal erneut mit der Situation auseinandersetzen, sagt Rufener.

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