Tierquälerei
Aargauer Unternehmer lässt seine 33 Pferde im Stich

Hilferuf eines Bauern aus dem Jura: Ein Aargauer Unternehmer hat bei ihm 33 Pferde untergestellt und kümmert sich nun nicht mehr darum. Weder für Miete noch für Futter komme der Besitzer auf.

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Besitzer überlässt 33 Pferde ihrem Schicksal
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Um Miete oder Futter kümmerte er sich nicht.
Einige der Tiere sind krank.

Besitzer überlässt 33 Pferde ihrem Schicksal

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M.S.* , ein Unternehmer aus Gränichen, habe den Stall von Michel Prêtre in Boncourt JU im vergangenen Oktober gemietet, wie «20 Minuten» berichtet. Er habe dort zunächst 35 Pferde untergestellt. Später holte er zwei Tiere wieder ab. Danach meldete er sich nicht mehr. Auch das Geld für Futter und Stallmiete blieb aus.

Seither kümmert sich Prêtre so gut es geht um die Tiere, auch wenn ihm dazu eigentlich die Zeit fehlt. Der jurassische Bauer kommt langsam aber sicher auch in Existenznot. «Ich kann nicht mehr. Ich hab kein Heu, kein Stroh und kein Geld mehr», erzählt er gegenüber «TeleM1». Er habe zahlreiche Versuche unternommen, den Aargauer per Telefon zu kontaktieren - ohne Erfolg.

Die Kosten belaufen sich laut Prêtre mittlerweile auf 40'000 Franken.

Der Stallbesitzer wollte die Tiere verkaufen, doch das Kantonsgericht winkte ab. Da Prêtre der Stallbesitzer ist, muss er sich um die Pferde kümmern und darf sie nicht verkaufen.

Hilfsaktion gestartet

Christoph Friedli, Besitzer der «Forest Ranch» unweit des Stalls ist besorgt. Auf Facebook rief er für dieses Wochenende zu einer Hilfsaktion auf. Freiwillige wurden aufgerufen, beim Füttern und Versorgen der Pferde mitzuhelfen. Auch ein Spendenkonto wurde eingerichtet. Zahlreiche Tierfreunde sind denn auch am Samstag in den Jura gefahren, um die Tiere zu pflegen.

Diese Aktion gefällt dem Unternehmer M.S. aus Gränichen gar nicht, wie er gegenüber «TeleM1» sagt. «Ich habe schon Drohungen bekommen von Leuten, die eigentlich gar nicht wissen, worum es geht.» Er habe in der Region keinen passenden Stall gefunden und deshalb seine Pferde in den Jura gebracht. Jetzt habe der Stallbesitzer plötzlich mehr Geld für Miete und Futter gewollt. Die Kosten will M.S. jetzt neu schätzen lassen. Sein Betreibungsregister soll laut «TeleM1» gut gefüllt sein.

Der Landwirt und eine Tierschutzorganisation haben M.S. wegen Verstosses gegen das Tierhaltungsgesetz anzeigt. In den nächsten Tagen entscheidet das jurassische Veterinäramt, wie es mit den verwahrlosten Tieren weitergehen soll. (cze/ldu)

* Name der Redaktion bekannt