Bildung

Aargauer Schulen stellen Schülerfotos ins Netz - ist das mit Blick auf Pädophile zu verantworten?

Schulen im Aargau: Der Kanton hat keine Datenschutzrichtlinien für das Bildungswesen. (Symbolbild)

Schulen im Aargau: Der Kanton hat keine Datenschutzrichtlinien für das Bildungswesen. (Symbolbild)

Der Täter von Rupperswil führte eine Liste mit elf weiteren potenziellen Opfern. Identifizieren konnte er sie dank Online-Recherchen. Das richtet den Fokus auf die Frage, wie man die Jungen im Internet schützt. Der Kanton Aargau hat keine Datenschutzrichtlinien für sein Bildungswesen.

Regelmässig werden Schüler auf die Gefahren des Internets und der sozialen Netzwerke sensibilisiert. Unter anderem wird immer wieder vor der Gefahr gewarnt, zu viel von sich preis zugeben. Doch die Schulen selber stellen Daten grosszügig ins Netz, so auch im Aargau: Innert kürzester Zeit lassen sich im Kanton Aargau Dutzende Beispiele von gläsernen Schulen finden, wie eine Stichprobe des SonntagsBlicks zeigt.

Im Jahr 2016 hat ein Vater, dessen Sohn die Schule Widen besuchte, Klage gegen die «rechtswidrige Bildpublikation auf der Website der Schule Widen» eingereicht. Der kantonale Datenschützer lehnte die Anzeige aber ab. Anders als Aargau kennen Kantone durchaus strikte Datenschutzrichlinien, so Luzern, Baselland oder Bern.

Auch die Stadt Zürich mahnt die Schulen in ihrem Leitfaden zur Veröffentlichung von Klassenfotos: «Schützen Sie Ihre Daten organisatorisch und technisch gegen unbefugten Zugriff.» Ähnlich restriktiv ist etwa der Kanton St. Gallen. Im Leitfaden des Kantons Bern heisst es zu «Bildern, auf denen Personen identifizierbar sind», diese würden auch «trotz Einwilligung problematisch bleiben».

Die Aargauer Bildungsdirektion sieht auf Anfrage des SonntagsBlicks keinen Handlungsbedarf, stellt jedoch klar: «Wir empfehlen den Schulen, auf Bilder von Schülerinnen und Schülern und weitere Personendaten wie Schülerlisten auf Schulwebseiten zu verzichten.»

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