«Die Schweiz ist ein liberaler und demokratischer Staat, der die Minderheiten und die Religionsfreiheit schützt. Ein Minarettverbot hat hier keinen Platz», so die Meinung des Aargauer Regierungsrats. Die Minarettinitiative widerspreche dem kantonalen Recht. Die Aargauische Kantonsverfassung aus dem Jahr 1980 garantiere den Religionsgemeinschaften gemäss Paragraf 12 ausdrücklich die Freiheit in der Gestaltung ihrer Lehre, ihrer Organisation und ihres Kultes.

Zudem schützten sowohl die Bundesverfassung als auch die Europäische Menschenrechtskonvention die Glaubens- und Gewissensfreiheit und die Rechtsgleichheit. Durch die Initiative würden diese aber gefährdet.

«Das Verbot erschwert das friedliche Zusammenleben mit der muslimischen Bevölkerung und deren Integration», heisst es weiter. Zudem greife die Initiative in die Kompetenzen der Kantone und der Gemeinden ein. Die Kantone regelten das Verhältnis zwischen Kirche und Staat, die Gemeinden legten die Bauordnungen fest, und nicht der Bund.